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Quartalsmitteilung Januar – März 2026

Vorwort

Jeroen Eijsink

Vorsitzender des Vorstands

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Jahr 2026 begann unter herausfordernden Rahmenbedingungen: Die erneute Eskalation des Nahostkonflikts hat die geopolitischen Spannungen deutlich verschärft. Die Situation rund um die Straße von Hormus belastet nicht nur globale Lieferketten, sondern wirkt sich auch unmittelbar auf die Energiepreise aus. Die mittel- und langfristigen Konsequenzen für die Weltwirtschaft sind derzeit nur schwer abzuschätzen.

Für die HHLA stellte der Jahresbeginn ebenfalls eine erhebliche Herausforderung dar. Ein außergewöhnlich intensiver Wintereinbruch, insbesondere im Raum Hamburg, führte zu Beginn des Jahres zu deutlichen operativen Einschränkungen. Die Abfertigung an den Hamburger Containerterminals war dadurch zeitweise nur eingeschränkt möglich. Im Bahnbereich kam es infolge von Streckensperrungen, eingefrorenen Weichen und weiteren witterungsbedingten Störungen zu Ausfällen und Verzögerungen. Zusätzlich beeinträchtigten verzögerte Infrastrukturmaßnahmen – unter anderem im Korridor Hamburg–Berlin sowie im Elbtal – die Leistungsfähigkeit unserer Bahntochter METRANS.

Diese Rahmenbedingungen spiegeln sich auch in den Quartalszahlen wider. Der Containerumschlag lag aufgrund witterungsbedingter Einschränkungen und temporär begrenzter Abfertigungskapazitäten um 5,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau; die Containertransportmenge ging um 1,5 Prozent zurück. Dass die Umsatzerlöse dennoch um 3,5 Prozent stiegen, ist vor allem auf vorteilhafte Effekte im Modalmix sowie zusätzliche Lagergelderlöse zurückzuführen. Das operative Betriebsergebnis lag mit 30,5 Mio. € gleichwohl um 6,3 Prozent unter dem Vorjahr, insbesondere aufgrund witterungsbedingt geringerer operativer Effizienz sowie eines höheren Personal‑ und Abschreibungsaufwands.

Neben den hohen operativen Anforderungen hat uns auch der anstehende Squeeze‑out weiter beschäftigt. Im April hat die Port of Hamburg Beteiligungsgesellschaft (PoH) die Barabfindung für die verbleibenden Minderheitsaktionäre der HHLA auf 21,16 Euro je A‑Aktie festgelegt. Die Festsetzung erfolgte auf Grundlage der gesetzlichen Bestimmungen und der aktuellen Rechtsprechung und berücksichtigte den Durchschnittskurs der A‑Aktie in den drei Monaten vor Ankündigung des Squeeze‑out. Ergänzend wurde eine unabhängige Unternehmensbewertung durchgeführt. Die Angemessenheit der Barabfindung wurde zudem durch einen gerichtlich bestellten Prüfer bestätigt. Der Squeeze-out wird mit zustimmendem Beschluss der Hauptversammlung sowie der Eintragung des Übertragungsbeschlusses in das Handelsregister wirksam.

Wir setzen auf Zuverlässigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit, um unseren Kunden den bestmöglichen Service zu bieten.

Jeroen Eijsink, Vorsitzender des Vorstands

Um unsere Ziele für das laufende Geschäftsjahr zu erreichen, treiben wir die Steigerung von Effizienz und Produktivität konsequent voran. In Hamburg haben wir die Inbetriebnahme von drei neuen ferngesteuerten Containerbrücken am Container Terminal Altenwerder (CTA) im ersten Quartal erfolgreich abgeschlossen. Drei weitere dieser Containerbrücken sind Anfang April am CTA eingetroffen. Dabei profitieren wir von den Erfahrungen aus der ersten Inbetriebnahmephase und erwarten einen deutlich beschleunigten Umsetzungsprozess. Auch am Container Terminal Burchardkai (CTB) erzielen wir wichtige Fortschritte in der Automatisierung: Am ersten Großschiffliegeplatz läuft die automatisierte Abfertigung mit Automated Guided Vehicles (AGV) bereits im 24/7-Betrieb. Die Ausweitung auf zwei weitere Liegeplätze erfolgt in den kommenden Monaten. Hierdurch erwarten wir eine signifikante Effizienzsteigerung.

Darüber hinaus investieren wir auch an unseren internationalen Terminals weiter in zukunftsweisende Technologien. Für unseren Terminal in Tallinn haben wir die ersten batteriebetriebenen Portalkrane bestellt – ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Bei unserer Bahntochter METRANS setzen wir mit dem Erwerb einer 50-Prozent-Beteiligung an einem Intermodalterminal in Rumänien auf die konsequente Erweiterung unseres Netzwerks.

Trotz des herausfordernden Starts ins Geschäftsjahr blicken wir zuversichtlich nach vorn. Im Jahresverlauf erwarten wir spürbare Fortschritte bei unseren Automatisierungsprojekten, die zu nachhaltigen Verbesserungen im operativen Betrieb führen werden. Gleichwohl hängt unsere weitere Entwicklung in hohem Maße von der weltwirtschaftlichen Lage sowie den Auswirkungen der bestehenden Konflikte ab. Unabhängig davon verfolgen wir konsequent unser Ziel, Zuverlässigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen, um unseren Kunden auch künftig den bestmöglichen Service zu bieten.

Mit besten Grüßen

Jeroen Eijsink
Vorsitzender des Vorstands