Vorwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir sind mit ambitionierten Zielen in das Jahr 2026 gestartet. Die ersten sechs Monate waren allerdings von anspruchsvollen Rahmenbedingungen und erheblichen operativen Herausforderungen geprägt. Geopolitische Unsicherheiten, die Auswirkung der Konflikte im Nahen Osten und die damit verbundenen Störungen wichtiger Schifffahrtsrouten belasteten Handel und Logistik. Hinzu kamen extreme Wetterbedingungen zu Jahresbeginn sowie umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen im Schienennetz, die insbesondere die europäischen Hinterlandverkehre vor zusätzliche Herausforderungen stellten.
Zu diesen externen Faktoren kamen umfangreichen Modernisierungs- und Automatisierungsaktivitäten an unseren Hamburger Containerterminals hinzu. Mit weitreichenden Umbaumaßnahmen schaffen wir die Grundlage für mehr Effizienz, zusätzliche Kapazität und eine langfristige Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit. Die Maßnahmen haben jedoch zu stärkeren Einschränkungen der operativen Abläufe geführt als noch zu Jahresbeginn angenommen.
Vor diesem Hintergrund entwickelten sich die Umschlag- und Transportmengen im ersten Halbjahr schwächer als erwartet. Der Containerumschlag lag im Zeitraum Januar bis Juni 2026 mit 6,7 Prozent unter dem Vorjahr, die Containertransportmenge um 1,2 Prozent. Dass die Umsatzerlöse dennoch um 3,0 Prozent stiegen, ist vor allem auf zusätzliche Lagergelderlöse sowie vorteilhafte Effekte im Umsatzmix zurückzuführen. Belastet durch die vielfältigen operativen Herausforderungen im ersten Halbjahr lag das operative Betriebsergebnis (EBIT) mit 51,3 Millionen Euro jedoch deutlich unter dem Vorjahreswert.
Angesichts dieser Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr sowie unserer aktualisierten Erwartungen für die zweite Jahreshälfte haben wir die Prognose für das Gesamtjahr 2026 angepasst. Für den Containerumschlag rechnen wir nun mit einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Die Containertransportmenge erwarten wir leicht über dem Vorjahresniveau. Die Umsatzerlöse werden auf Konzernebene voraussichtlich deutlich über dem Vorjahresniveau liegen. Für das operative Betriebsergebnis (EBIT) erwarten wir nun eine Bandbreite zwischen 150 und 170 Millionen Euro.
Wir sind davon überzeugt, dass wir unseren Kunden langfristig den zuverlässigsten Service in Europa anbieten können.
Trotz der derzeitigen operativen Belastungen bleibt die konsequente Modernisierung unserer Anlagen und Prozesse für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der HHLA unverzichtbar. Entscheidend für die zweite Jahreshälfte ist nun, die bereits eingeleiteten Maßnahmen weiter voranzutreiben und zugleich die operative Situation spürbar zu verbessern. Dazu wollen wir die Stabilität der neuen Prozesse und technischen Systeme weiter steigern und die Abfertigungsqualität damit deutlich erhöhen.
Am Container Terminal Altenwerder werden wir weitere neue Containerbrücken in Betrieb nehmen. Gleichzeitig setzen wir die Automatisierung im Bahnbereich sowie die automatisierte Abfertigung am Container Terminal Burchardkai konsequent fort. Damit schaffen wir die Voraussetzungen, die Leistungsfähigkeit unserer Terminals Schritt für Schritt weiter zu erhöhen.
Die laufenden Modernisierungsmaßnahmen verlangen derzeit sowohl unseren Kunden als auch unseren Mitarbeitenden sehr viel ab. Umso mehr gilt unser ganzer Einsatz dem Ziel, unseren Kunden langfristig den zuverlässigsten Service in Europa anbieten zu können. Mein besonderer Dank gilt unseren Mitarbeitenden, die mit großem Engagement dazu beitragen, die erheblichen operativen Herausforderungen zu bewältigen und gleichzeitig die Weiterentwicklung unserer Anlagen voranzutreiben.
Auch die zweite Jahreshälfte bleibt anspruchsvoll. Dennoch blicken wir mit Zuversicht auf die kommenden Monate. Mit der umfassenden Modernisierung unserer Terminals stellen wir die HHLA langfristig leistungsfähiger und effizienter auf. Wir schaffen zusätzliche Kapazitäten und verbessern die Voraussetzungen für eine dauerhaft hohe Abfertigungsqualität und einen zuverlässigen Service für unsere Kunden. Damit stärken wir zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der HHLA und sichern unsere Position in einem sich wandelnden Marktumfeld.
Mit besten Grüßen
Jeroen Eijsink
Vorsitzender des Vorstands