Halbjahresfinanzbericht Januar – Juni 2026

Branchenumfeld

Der weltweite Containerverkehr entwickelte sich in den vergangenen Jahren trotz geopolitischer Konflikte, handelspolitischer Spannungen und konjunktureller Unsicherheiten robuster als erwartet. Auch der Jahresauftakt 2026 fiel nach Einschätzung von Drewry überraschend positiv aus. Das Containeraufkommen in den weltweiten Häfen stieg im ersten Quartal 2026 um 3,7 %. Wesentliche Impulse gingen von vorgezogenen Transporten im Vorfeld erwarteter Zoll- und Kostensteigerungen sowie der anhaltend hohen Nachfrage nach Elektronikprodukten und KI-bezogenen Komponenten aus. Gleichzeitig nahm die Volatilität im Markt infolge des Konflikts im Nahen Osten deutlich zu. Nach jüngster Schätzung von Drewry dürfte sich das Wachstum des globalen Containerumschlags im zweiten Quartal 2026 auf 2,0 % abgeschwächt haben. Die volatile Nachfrageentwicklung und die anhaltenden Störungen der Schifffahrtslinien infolge der temporären Schließungen der Straße von Hormus erhöhten die operative Komplexität in den Häfen. Dies führte zu längeren Schiffsverweildauern, steigenden Wartezeiten und einer geringeren Umschlagproduktivität.

Der Containerumschlag in Europa legte im ersten Quartal 2026 zuvor um 2,8 % zu, die Wachstumsdynamik schwächte sich damit gegenüber den Vorquartalen jedoch spürbar ab. Für das zweite Quartal 2026 erwartet Drewry wieder einen stärkeren Zuwachs von 6,1 %. Impulse kommen dabei vor allem aus den Fahrtgebieten Östliches Mittelmeer und Schwarzes Meer sowie Skandinavien und baltischer Raum. In Nordwesteuropa blieb die Entwicklung hingegen verhalten. Nach einem Anstieg des Containeraufkommens um lediglich 0,8 % im ersten Quartal rechnet Drewry für das zweite Quartal mit einem Rückgang um 1,6 %.

Entwicklung des Containerumschlags nach Fahrtgebieten

in %

 

Q2 | 2026

 

Q1 | 2026

Welt

 

2,0

 

3,7

Asien insgesamt

 

3,5

 

6,6

China

 

2,5

 

7,0

Europa insgesamt

 

6,1

 

2,8

Nordwesteuropa

 

- 1,6

 

0,8

Skandinavien und baltischer Raum

 

11,3

 

- 1,7

Westliches Mittelmeer

 

8,9

 

1,2

Östliches Mittelmeer und Schwarzes Meer

 

14,7

 

8,9

Quelle: Drewry Maritime Research, Container Forecast Q2/2026, Juli 2026

 

 

 

 

Die bislang von Port Authorities bzw. Betreibergesellschaften gemeldeten Umschlagzahlen der Nordrange-Häfen bestätigen die von Drewry erwartete regionale Entwicklung grundsätzlich, zeigen jedoch Unterschiede in der Dynamik der einzelnen Standorte. Im größten europäischen Containerhafen Rotterdam lag die Umschlagmenge im ersten Halbjahr 2026 mit einem Rückgang um 0,1 % auf 7,0 Mio. TEU nahezu auf Vorjahresniveau. Der Hafen Antwerpen-Brügge verzeichnete im gleichen Zeitraum einen Rückgang um 1,5 % auf 6,8 Mio. TEU.

Für die Häfen in der Deutschen Bucht lagen zum Zeitpunkt der Berichtserstellung noch keine vollständigen Halbjahresdaten vor. Der Hamburger Hafen verzeichnete für das erste Quartal 2026 einen Mengenrückgang um 1,6 % auf 2,0 Mio. TEU. In den Bremischen Häfen erhöhte sich das Containeraufkommen zwischen Januar und April 2026, begünstigt durch Verschiebungen infolge der Neuordnung der Reedereiallianzen, um 5,4 % auf 1,7 Mio. TEU. Im JadeWeserPort in Wilhelmshaven setzte sich das starke Wachstum nach dem Einstieg von Hapag-Lloyd fort. Im ersten Quartal 2026 erhöhte sich das Containeraufkommen dort um 60,7 % auf 440 Tsd. TEU.