Brief an die Aktionäre

Angela TitzrathVorstandsvorsitzende
Angela Titzrath – Vorstandsvorsitzende (Foto)
Angela TitzrathVorstandsvorsitzende

Sehr geehrte Damen und Herren,

um eine Strecke von 400 Metern zurückzulegen, braucht ein Mensch durchschnittlich fünf bis sechs Minuten. Ich will Ihnen damit eine Vorstellung von der Dimension vermitteln, auf die sich die Containerterminals der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) künftig einstellen müssen. Denn 400 Meter lang sind die Schiffe, die den Hamburger Hafen immer häufiger anlaufen werden. Erstmals haben wir im Juni 2017 ein Schiff mit solchen Abmessungen und einer Kapazität von 20.000 Standardcontainern (TEU) erfolgreich abgefertigt. Noch sind die Schiffe wegen der Fahrrinnentiefe der Elbe nicht voll beladen. Aber nachdem die juristische Auseinandersetzung um die Fahrrinnenanpassung entschieden ist, gehen wir davon aus, dass die Baggerarbeiten bald beginnen. Für die HHLA und ihre Kunden bedeutet das mehr Planungssicherheit und eine Stärkung der Wettbewerbsposition des Hamburger Hafens. Wir sind deshalb zuversichtlich, dass die HHLA 2018 an das sehr erfolgreiche Geschäftsjahr 2017 anknüpfen wird, auch weil die Prognosen für Weltwirtschaft und Welthandel positiv sind.

Rahmenbedingungen wie die konjunkturelle Entwicklung oder die nautische Erreichbarkeit des Hafens sind für das Geschäft der HHLA wichtig. Aber sie garantieren allein noch keinen Erfolg. Entscheidend ist, was wir als Unternehmen tun, um unsere Position am Markt zu behaupten und auszubauen. Wir haben im vergangenen Jahr viele Gespräche mit unseren Kunden weltweit geführt und zahlreiche Vertriebsaktivitäten unternommen. Nach der Neuordnung der Konsortialstrukturen war es wichtig, die gewachsenen Geschäftsbeziehungen zu den Reedern zu festigen. Die Ladung sucht sich ihren Weg. Damit dieser Weg auch künftig über Hamburg führt, investieren wir kontinuierlich in unsere Anlagen. Durch die Anschaffung von modernster Brücken- und Lagertechnik sind wir gut dafür gerüstet, um Schiffe mit einer Kapazität von über 20.000 TEU abzufertigen. Unsere Betrachtung von Prozessen und Abläufen endet freilich nicht an der Kaikante, sondern umfasst die gesamte logistische Wertschöpfungskette. Um effizienter und noch leistungsfähiger zu werden, bieten sich uns mit der Digitalisierung neue und vielfältige Möglichkeiten. Unser Anspruch ist es, Motor des digitalen Wandels im Hafen zu sein. Die HHLA beschäftigt sich nicht erst seit Beginn des digitalen Zeitalters mit innovativen IT-Lösungen. Wir verfügen auf diesem Feld über viel Erfahrung und Know-how im Unternehmen, wie das weitgehend automatische Container Terminal Altenwerder auch 15 Jahre nach seiner Inbetriebnahme beweist.

Verstärkt in vernetzten Strukturen zu denken und zu agieren, das gilt ebenfalls für unsere Hinterlandaktivitäten. Erneut haben unsere Intermodaltöchter Metrans und Polzug einen signifikanten Beitrag zum Ergebnis der HHLA geleistet. Um unsere vordere Position in einem hart umkämpften Wettbewerbsumfeld erfolgreich zu behaupten, haben wir Metrans und Polzug im vergangenen Jahr zusammengeführt. Indem wir mehr Güter von der Straße auf die Schiene holen, leisten wir einen Beitrag zum Klimaschutz.

Von unserer Leistungsstärke profitieren Sie, unsere Aktionäre. Vorstand und Aufsichtsrat der HHLA schlagen auf der Hauptversammlung am 12. Juni 2018 für die an der Börse gehandelten Aktien des Teilkonzerns Hafenlogistik eine Dividende von 0,67 € (im Vorjahr: 0,59 €) je dividendenberechtigte A-Aktie und für die nicht börsennotierten S-Aktien des Teilkonzerns Immobilien 2,00 € je Aktie vor. Im Geschäftsjahr 2018 rechnen wir mit annähernd gleichbleibenden Mengen sowohl beim Containerumschlag als auch beim Containertransport. Auf Konzernebene sollte dies zu Umsatzerlösen auf Vorjahresniveau führen. Für das Konzernbetriebsergebnis (EBIT) rechnet der Vorstand mit einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Ihre

Angela Titzrath
Vorstandsvorsitzende