Statement der Vorstandsvorsitzenden

Angela Titzrath – Vorstandsvorsitzende (Foto)
Angela Titzrath Vorstandsvorsitzende

Unternehmerische Weitsicht, soziale Verantwortung und der nachhaltige Umgang mit Ressourcen bestimmen unser Handeln.

Sehr geehrten Damen und Herren,

Veränderungen begleiten die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) seit ihrer Gründung vor 132 Jahren. Sie wurden immer als Chance begriffen, die Zukunftsfähigkeit und Gestaltungskraft des Unternehmens zu stärken. Und so stellen wir uns auch heute dem durch die Digitalisierung beschleunigten Wandel. Wir tun dies nicht als staunende Beobachter, sondern als aktive Gestalter. Unternehmerische Weitsicht, soziale Verantwortung und der nachhaltige Umgang mit Ressourcen bestimmen dabei unser Handeln. Grundlage dafür ist unser nachhaltiges Geschäftsmodell, das wir auch unter sich verändernden Rahmenbedingungen erfolgreich umsetzen. So wurde die HHLA im Jahr 2017 von der im asiatischen Raum weitverbreiteten Fachpublikation Asia Cargo News als Best Green Container Terminal Operator ausgezeichnet. Dass unser Engagement für nachhaltiges Wirtschaften auch international beachtet und anerkannt wird, spornt uns für die Zukunft weiter an.

Für die HHLA, deren ökonomischer Erfolg vom Produktivitätsfaktor Wasser beeinflusst wird und deren Anlagen sich aufgrund der Lage des Hamburger Hafens in unmittelbarer Nähe städtischen Lebens befinden, ist der schonende und maßvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen eine dauerhafte Aufgabe. Um diese zu erfüllen, setzt die HHLA ihre Nachhaltigkeitsstrategie auf zehn Handlungsfeldern um. Wir entwickeln dazu Prozesse, die ökonomisch effizient und ökologisch nutzbringend sind. Erfolg für eine werteorientierte Unternehmensführung garantiert hierbei nicht allein der Einsatz modernster Technologien, genauso entscheidend sind Arbeitsbedingungen, die die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirkungsvoll schützen.

Unser nachhaltiges Geschäftsmodell setzen wir vor allem dadurch um, dass wir die Verkehrsträger Seeschiff und Schienentransport ins Hinterland mit eigenen Zügen verknüpfen. Unsere Investitionen in das Segment Intermodal halten wir auf einem konstant hohen Niveau. Im Berichtsjahr eröffnete unsere Bahngesellschaft Metrans den nunmehr vierten Hub-Terminal. Die hochmoderne Containerdrehscheibe in Budapest ist die ideale Schnittstelle zwischen den Seehäfen Nordeuropas, der Adria, Mittel-, Ost- und Südosteuropas. Neben dem Ausbau des Netzwerks von Hinterlandterminals investieren wir kontinuierlich in umweltfreundliche Mehrsystem-E-Streckenlokomotiven und Hybrid-Rangierloks sowie geräuscharme Containertragwaggons. Der Erfolg unserer Bahngesellschaften misst sich nicht nur an ihrem erneut gewachsenen Beitrag zum Geschäftsergebnis der HHLA, sondern genauso an der Tatsache, dass durch ihre Anstrengungen mehr Güterverkehr von der Straße auf die umweltfreundlichere Schiene geholt wurde.

Unser wirksamster Hebel für klima- und umweltfreundliche Logistikketten sind unsere Bahntransporte. Gleichzeitig verfolgen wir durch eine weitere Optimierung der Logistikprozesse auf unseren Terminals und im Zulauf der Terminals das Ziel, die Belastungen für Mensch und Natur zu verringern. Die Umstellung auf hochmoderne, teilweise automatisierte und elektrifizierte Prozesse und Maschinen führt dabei zu messbaren Ergebnissen. Unsere Bemühungen enden keineswegs an den Grenzen der HHLA-Terminalanlagen. Weil wir die gesamte logistische Transportkette betrachten, beziehen wir weitere Stakeholder in den auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Prozess ein. So haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr an unseren drei Hamburger Containerterminals ein Slotbuchungsverfahren für Lkws erfolgreich eingeführt. Ziel ist es, die Verkehrsströme im Hafen besser zu steuern, wodurch auch der Ausstoß verkehrsbedingter Emissionen verringert wird.

Ein weiteres Beispiel, wie wir die Digitalisierung nutzen, um Verkehr und Umwelt zu entlasten, ist die Fahrer-App der HHLA-Tochter Container-Transport-Dienst (CTD). Durch diese digitale Anwendung werden die administrativ bedingten Fahrwege für Containerumfuhren im Hamburger Hafen deutlich reduziert und jährlich mehr als 100.000 Liter Diesel weniger verbraucht.

Unser Engagement für den Klimaschutz messen wir an dem Ziel einer Senkung der CO2-Emissionen je umgeschlagenem Container um mindestens 30 Prozent bezogen auf das Jahr 2008. Damit wir diese Marke erreichen, ersetzen wir dieselbetriebene Geräte und Anlagen durch elektrisch betriebene. Für deren Antrieb nutzen wir Strom aus erneuerbaren Energien, wodurch die CO2-Emissionen gesenkt werden. Bis Ende 2017 haben wir unser selbst gestecktes Ziel mit 28,9 Prozent fast erreicht. Im Jahr 2017 wurden die Vorbereitungen am Container Terminal Altenwerder zur Umstellung der bisher dieselbetriebenen Automated Guided Vehicles (AGVs) auf mittels elektrischer Batterie angetriebene Fahrzeuge weitgehend abgeschlossen. Die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte trägt nicht nur zur wirksamen Reduzierung von CO2-Emissionen bei. Ebenso wird dadurch der für die Luftreinhaltung schädliche Ausstoß von Stickoxid verringert. Elektromobilität ist für die HHLA schon lange kein Fremdwort.

Unsere Fahrzeugflotte umfasst inzwischen 79 Elektroautos, so viele wie in keinem anderen Hafen fahren. Bei der Erneuerung unserer Van-Carrier-Flotte am Container Terminal Burchardkai haben wir im Jahr 2017 insgesamt 16 neue Van-Carrier mit modernster Abgastechnik übernommen. Die lokalen Schadstoffemissionen werden dadurch weiter gesenkt, was aufgrund der Nähe des Terminals zu bewohnten Stadtvierteln wichtig ist.

Die HHLA übernimmt gesellschaftliche Verantwortung, indem sie Hamburger Schulen bei Bildungsprojekten mit maritimem und Umweltbezug unterstützt. Mehr als 1.000 Schülern wurde auf diese Weise im Berichtsjahr die Möglichkeit zur Weiterbildung gegeben.

Unser nach DIN EN ISO 50001 zertifiziertes Energiemanagementsystem leistet einen wirksamen und messbaren Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz und damit zur Verringerung der CO2-Emissionen. Im Berichtsjahr nutzten alle HHLA Gesellschaften in Deutschland und Polen mit nennenswertem Energieverbrauch das System.

Die hohe Wertschöpfungsquote an unseren Standorten hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr einen beachtlichen Beitrag zum volkswirtschaftlichen Wohlstand geleistet. So stieg der Wertschöpfungsbeitrag der HHLA um 3 Prozent auf 623 Mio. Euro.

Mein besonderer Dank gilt daher den mehr als 5.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der HHLA, von denen rund ein Drittel außerhalb Deutschlands beschäftigt ist. Unsere Leistungsstärke beruht auf dem Engagement und der Kompetenz unserer Beschäftigten.

Die HHLA nimmt ihre soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch ein umfangreiches Angebot an Sozialleistungen und höchste Standards bei der Arbeitssicherheit wahr. Maßnahmen zum langfristigen Gesundheitsschutz folgen auch aus der Erkenntnis, dass sich der demografische Wandel auf das Unternehmen auswirkt. Vielfältige Angebote wie Gesundheitstage, Nichtraucherkurse und die finanzielle Förderung der Anschaffung von E-Bikes gehören dazu. Durch Aus- und Weiterbildungsprogramme qualifizieren wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontinuierlich weiter. Externe und interne Seminare und Programme vermitteln dabei umfassendes Wissen. Das Personalmanagement unterstützt mit zahlreichen Angeboten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch die Berücksichtigung von Diversity-Kriterien unterstreicht den hohen Anspruch der HHLA an eine Unternehmenskultur, an der alle Geschlechter und Generationen gleichberechtigt teilhaben.

Ihre

Angela Titzrath
Vorstandsvorsitzende