35. Eigenkapital
Die Entwicklung der einzelnen Komponenten des Eigenkapitals für das Berichtsjahr und das Vorjahr ist in den Eigenkapitalveränderungsrechnungen dargestellt.
Gezeichnetes Kapital
Das Grundkapital der HHLA AG besteht zum Bilanzstichtag aus zwei verschiedenen Aktiengattungen, den A-Aktien und den S-Aktien. Das gezeichnete Kapital beträgt insgesamt 75.220 T€ (zum 31. Dezember 2023: 75.220 T€) und ist in 72.514.938 A-Aktien (zum 31. Dezember 2023: 72.514.938 A-Aktien) und 2.704.500 S-Aktien (zum 31. Dezember 2023: 2.704.500 S-Aktien) der Gesellschaft eingeteilt, jeweils mit einem rechnerischen auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 €. Das Grundkapital ist voll eingezahlt.
Im Rahmen des Börsengangs am 2. November 2007 wurden 22.000.000 A-Aktien am Kapitalmarkt platziert. Zum 1. Januar 2024 hielt die Freie und Hansestadt Hamburg über die Gesellschaft HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH, Hamburg (HGV), 70,35 % der Stimmrechte. Im Zuge der Vereinbarung zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und der MSC Mediterranean Shipping Company S.A., Genf/Schweiz, zur Eingehung einer strategischen Partnerschaft in Bezug auf die HHLA hat die Port of Hamburg Beteiligungsgesellschaft SE, Hamburg (PoH), im Verlauf des Jahres A-Aktien im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots, außerbörslich und durch Einbringung durch die HGV erworben. Zum Bilanzstichtag hielt die PoH rund 93,78 % der Stimmrechte. Die S-Aktien werden vollständig von der HGV gehalten.
Genehmigte Kapitalia
Zum Bilanzstichtag verfügt die Gesellschaft über ein Genehmigtes Kapital I zur Ausgabe von A-Aktien und ein Genehmigtes Kapital II zur Ausgabe von S-Aktien.
Genehmigtes Kapital I
Unter dem Genehmigten Kapital I (vgl. § 3 Abs. 4 der Satzung) ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 15. Juni 2027 durch Ausgabe von bis zu 36.257.469 neuen, auf den Namen lautenden A-Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu 36.257.469,00 € zu erhöhen. Dabei ist das gesetzliche Bezugsrecht der Inhaber von S-Aktien ausgeschlossen. Darüber hinaus ist der Vorstand berechtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch das gesetzliche Bezugsrecht der Inhaber von A-Aktien in den im Beschluss näher definierten Fällen auszuschließen, z. B. bei der Ausgabe gegen Sacheinlagen. Die Ausgabe neuer A-Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der A-Aktionäre ist ferner insgesamt auf 10 % des auf die A-Aktien entfallenden Grundkapitals begrenzt, wobei für Zwecke der 10 %-Grenze sämtliche A-Aktien anzurechnen sind, die unter anderen Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben wurden oder auszugeben sind.
Genehmigtes Kapital II
Unter dem Genehmigten Kapital II (vgl. § 3 Abs. 5 der Satzung) ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 15. Juni 2027 durch Ausgabe von bis zu 1.352.250 neuen, auf den Namen lautenden S-Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu 1.352.250,00 € zu erhöhen. Dabei ist das gesetzliche Bezugsrecht der Inhaber von A-Aktien ausgeschlossen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch das gesetzliche Bezugsrecht der Inhaber von S-Aktien auszuschließen, soweit es zum Ausgleich von Spitzenbeträgen erforderlich ist.
Sonstige Ermächtigungen
Die ordentliche Hauptversammlung vom 10. Juni 2021 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 9. Juni 2026 eigene A-Aktien im Umfang von insgesamt bis zu 10 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung – oder, falls dieser Betrag geringer ist, des im Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung – auf die A-Aktien entfallenden Teils des Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben und die aufgrund dieser Ermächtigung oder vorheriger Ermächtigungen erworbenen eigenen A-Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats – neben der Veräußerung über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre im Verhältnis ihrer Beteiligungsquoten – nach näherer Maßgabe des Beschlusses unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre zu verwenden und/oder ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss ganz oder teilweise einzuziehen. Die Ermächtigung darf zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken, nicht aber zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien ausgenutzt werden.
Die HHLA AG verfügt derzeit über keine eigenen Aktien. Pläne zum Rückkauf von Aktien bestehen nicht.
Die von der ordentlichen Hauptversammlung der HHLA AG am 18. Juni 2019 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 300.000.000,00 € nebst Ausgabe von Options- bzw. Wandlungsrechten auf bis zu 10.000.000 neue, auf den Namen lautende A-Aktien der Gesellschaft ist am 17. Juni 2024 ausgelaufen. Das seinerzeit zur Bedienung entsprechender Wandlungs- und Optionsrechte geschaffene bedingte Kapital von 10.000.000,00 € gemäß § 3 Abs. 6 der Satzung ist damit gegenstandslos.
Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage des Konzerns enthält Agien aus der Ausgabe von Aktien, aus Kapitalerhöhungen bei Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen, aus einer Rücklagenerhöhung durch ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm sowie aus Kapitalerhöhungen im Rahmen von Dividendenausschüttungen mit Wahlrecht auf Wiedereinlage als Sacheinlage von A-Aktien. Die damit verbundenen Emissionskosten, wurden von der Kapitalrücklage abgezogen.
Erwirtschaftetes Eigenkapital
Das erwirtschaftete Eigenkapital enthält die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden, sowie die zum 1. Januar 2006 (Übergangszeitpunkt) bestehenden Unterschiede zwischen HGB und IFRS.
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gemäß derzeit gültigem IAS 19 (revised 2011) beinhaltet das kumulierte übrige Eigenkapital sämtliche versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen. Weiterhin werden hierunter die Veränderungen des Zeitwerts von zu Sicherungszwecken eingesetzten Finanzinstrumenten (Cashflow-Hedges) sowie die hierauf jeweils entfallenden steuerlichen Effekte ausgewiesen.
Der Ausgleichsposten aus der Fremdwährungsumrechnung dient der Erfassung von Differenzen aufgrund der Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Tochterunternehmen.
Nicht beherrschende Anteile
Die nicht beherrschenden Anteile umfassen die Fremdanteile am konsolidierten Eigenkapital der einbezogenen Gesellschaften.
Die nicht beherrschenden Anteile erhöhten sich im Berichtsjahr durch den diesen Anteilen zuzurechnenden Konzernjahresüberschuss sowie durch die Erstkonsolidierung von Anteilen an verbundenen Unternehmen. Gegenläufig dazu wirkte im Wesentlichen die Ausschüttung von Dividenden in Höhe von 26.170 T€.
Angaben zum Kapitalmanagement
Das Kapitalmanagement des HHLA-Konzerns ist darauf ausgerichtet, die finanzielle Stabilität und Flexibilität des Konzerns nachhaltig zu gewährleisten, um das Wachstum des Konzerns finanziell abzusichern und die Aktionäre angemessen am Erfolg des Konzerns teilhaben zu lassen. Maßgebend hierfür ist das bilanzielle Eigenkapital. Die zentrale wertorientierte Steuerungsgröße im HHLA-Konzern ist die Gesamtkapitalverzinsung (ROCE). Diese erhöhte sich im Berichtsjahr auf 5,4 % (im Vorjahr: 4,6 %). Zur Gewährleistung einer stabilen Kapitalstruktur wird darüber hinaus die Eigenkapitalquote überwacht.
in % |
|
31.12.2024 |
|
31.12.2023 |
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Eigenkapital in T€ |
|
823.765 |
|
807.302 |
Bilanzsumme in T€ |
|
3.283.977 |
|
3.010.172 |
|
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25,1 % |
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26,8 % |
Die Erhöhung des Eigenkapitals begründet sich im Wesentlichen durch das positive Gesamtergebnis der Berichtsperiode. Gegenläufig wirkten die Ausschüttung von Dividenden in Höhe von 37.921 T€ und aus einem Ausgleichsposten in Höhe von 11.517 T€, der gewährte Put-Optionen an nicht beherrschende Anteile in Höhe von 13.324 T€, siehe Textziffer 38 und eine von nicht beherrschenden Anteilen erworbene Call-Option in Höhe von 1.807 T€, siehe Textziffer 30 betrifft.
Hinsichtlich externer Mindestkapitalanforderungen, die im Berichtsjahr zu allen vereinbarten Prüfungszeitpunkten erfüllt wurden, wird auf Textziffer 38 verwiesen.