Geschäftsbericht 2024

Gesamtwirtschaftlicher Ausblick

Erwartetes Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Wachstumserwartung in %

 

2025

 

Trend vs. 2024

Welt

 

3,3

 

Fortgeschrittene Volkswirtschaften

 

1,9

 

USA

 

2,7

 

Euroraum

 

1,0

 

Deutschland

 

0,3

 

Italien

 

0,7

 

Aufstrebende Volkswirtschaften (Schwellen- und Entwicklungsländer)

 

4,2

 

Aufstrebende asiatische Volkswirtschaften

 

5,1

 

China

 

4,6

 

Aufstrebende europäische Volkswirtschaften (Mittel- und Osteuropa)

 

2,2

 

Russland

 

1,4

 

Welthandel

 

3,2

 

Quelle: Internationaler Währungsfonds (IWF); Januar 2025

Die Weltwirtschaft sieht sich in einer Phase ohnehin nur mäßiger Dynamik erhöhter wirtschaftspolitischer Unsicherheit gegenüber. Zwar gibt es positive Impulse für die Konjunktur, etwa eine weniger restriktive Geldpolitik und verbesserte Aussichten für den privaten Konsum, jedoch belasten die steigende Unsicherheit und die Verschärfung protektionistischer Maßnahmen das wirtschaftliche Umfeld. Insbesondere könnten neue Zölle bestehende Handelsspannungen weiter verschärfen, Investitionen bremsen, Handelsströme verzerren und Lieferketten erneut unterbrechen. US-Präsident Donald Trump hat weitreichende Einfuhrzölle gegen China, Kanada und Mexiko angekündigt und droht auch anderen Ländern mit Strafmaßnahmen. Trotz dieser Herausforderungen zeigt sich der Internationale Währungsfonds (IWF) optimistisch und prognostiziert ein Wirtschaftswachstum von 3,3 %. Dieser optimistische Ausblick basiert vor allem auf einer positiven Entwicklung der Vereinigten Staaten, die die Abwärtskorrekturen in anderen wichtigen Volkswirtschaften ausgleicht. Dennoch bleibt das globale Wachstum im historischen Vergleich weiterhin unterdurchschnittlich.

Laut den Schätzungen der IWF-Ökonomen wird der Welthandel im Prognosezeitraum voraussichtlich um 3,2 % wachsen. Im Vergleich zur vorherigen Prognose wurde diese Erwartung um 0,2 Prozentpunkte nach unten korrigiert. Dies ist auf die stark gestiegene handelspolitische Unsicherheit zurückzuführen, die insbesondere die Investitionen von handelsintensiven Unternehmen voraussichtlich überproportional beeinträchtigen dürfte.

Die konjunkturelle Dynamik in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften soll 2025 voraussichtlich im Vergleich zum Vorjahr leicht zunehmen, was vor allem auf einen verbesserten Ausblick für die USA zurückzuführen ist (+0,5 Prozentpunkte gegenüber Oktober 2024). Für die Schwellen- und Entwicklungsländer wird ein stabiles Wachstum erwartet.

Die wirtschaftlichen Aussichten für die Regionen, die für die HHLA von besonderer Bedeutung sind, gestalten sich für 2025 uneinheitlich. Für China erwartet der IWF eine weiterhin nachlassende Wachstumsdynamik. Allerdings wurde der Konjunkturausblick für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt um 0,1 Prozentpunkte auf 4,6 % angehoben. Die chinesische Wirtschaft hatte 2024 etwas mehr Schwung, der sich durch das im November 2024 angekündigte Steuerpaket in gewissem Maße auf das Jahr 2025 übertragen sollte. Damit könnten die negativen Auswirkungen der gestiegenen handelspolitischen Unsicherheiten und der Belastungen des Immobiliensektors teilweise ausgeglichen werden.

Die Konjunktur in Russland wird sich im Prognosezeitraum voraussichtlich abschwächen, da ein zunehmender Teil der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten für die Deckung des Kriegsbedarfs verwendet wird, was offenbar zu Engpässen führt. Daher ist eine deutliche Verlangsamung des Produktionswachstums zu erwarten, während der Inflationsdruck weiterhin hoch bleibt. Der IWF hat seinen Ausblick für Russland im Vergleich zu Oktober 2024 um 0,1 Prozentpunkte angehoben und prognostiziert nach einem Anstieg von 3,8 % im Jahr 2024 für den Prognosezeitraum nur noch einen Zuwachs von 1,4 %.

Die Aussichten für die Volkswirtschaft der Ukraine sind aufgrund des anhaltenden Krieges besonders unsicher und hängen maßgeblich von dessen weiterer Entwicklung ab. In seiner Oktoberprognose 2024 geht der IWF von einem Wirtschaftswachstum von 2,5 % aus.

In den aufstrebenden Ländern Mittel- und Osteuropas wird die Wirtschaft laut Einschätzung der Experten voraussichtlich mit einer Zuwachsrate von 2,2 % etwas langsamer wachsen als im vergangenen Jahr, als die Region noch einen Zuwachs von 3,2 % verzeichnete.

Der Euroraum dürfte die konjunkturelle Schwächephase im Prognosezeitraum weiter überwinden, jedoch wird das Wachstum voraussichtlich nicht so stark anziehen wie ursprünglich erwartet. Aufgrund der unerwartet schwächeren Dynamik zum Jahresende 2024, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, sowie der gestiegenen politischen Unsicherheit hat der IWF seinen Ausblick um 0,2 Prozentpunkte nach unten korrigiert. Für 2025 wird ein Wachstum der gesamtwirtschaftlichen Aktivitäten im Währungsraum von 1,0 % erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Estland wird laut den jüngsten Schätzungen des IWF aus Oktober 2024 um 1,6 % steigen, während die Wirtschaftsleistung von Italien um 0,7 % zulegen soll.

Die deutsche Wirtschaft wird laut Einschätzung des IWF auch 2025 schwächer wachsen als zuvor erwartet. Zwar wird die größte Volkswirtschaft der EU voraussichtlich aus der Rezession heraustreten, dennoch haben die Ökonomen des Währungsfonds ihre Konjunkturprognose deutlich nach unten korrigiert. Für 2025 wird ein Wachstum der deutschen Wirtschaftsleistung von nur 0,3 % erwartet, nachdem der IWF im Oktober 2024 noch einen Zuwachs von 0,8 % prognostiziert hatte. Damit dürfte Deutschland voraussichtlich erneut das niedrigste Wachstum unter den G7-Staaten verzeichnen.

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