Geschäftsbericht 2024

Erläuterungen zur HHLA AG auf Basis HGB

Der Jahresabschluss der Hamburger Hafen und Logistik Aktiengesellschaft (HHLA AG) wird im Gegensatz zum Konzernabschluss nicht nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), sondern nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt.

Gesellschaft im Überblick

Struktur und Geschäftstätigkeit

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) ist ein führender europäischer Hafen- und Logistikkonzern. Die HHLA AG ist die Muttergesellschaft des HHLA‑Konzerns und steuert den Konzern als strategische Management-Holding. Das operative Geschäft wird von 39 inländischen und 35 ausländischen Tochtergesellschaften und Beteiligungen betrieben. Im Geschäftsjahr 2024 erweiterte die HHLA ihren Konsolidierungskreis zum Ausbau und zur Optimierung ihres Intermodalgeschäfts sowie zur Ausweitung ihrer digitalen Aktivitäten. Darüber hinaus wurden keine wesentlichen rechtlichen oder organisatorischen Veränderungen vorgenommen.

Die rechtlich selbstständige HHLA AG wurde im Rahmen des Börsengangs am 2. November 2007 in die beiden Teile A‑Sparte und S-Sparte aufgeteilt. Die A‑Sparte repräsentiert den Teilkonzern Hafenlogistik. Die an der Börse notierten A‑Aktien vermitteln eine Beteiligung allein am Ergebnis und Vermögen dieser Geschäftsaktivitäten. Die Entwicklung und das wirtschaftliche Ergebnis des Teilkonzerns Immobilien werden der S-Sparte zugerechnet. Die S-Aktien werden nicht an der Börse gehandelt und befinden sich vollständig im Eigentum der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH). Im unwahrscheinlichen und bisher nicht vorgekommenen Fall eines Verlusts im Teilkonzern Immobilien würde dieser gemäß einem separat abgeschlossenen Verlustausgleichsvertrag mittelbar durch die FHH übernommen.

Personal

Die Anzahl der Beschäftigten in der HHLA AG betrug am 31. Dezember 2024 insgesamt 981 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (im Vorjahr: 987). Davon waren 172 Lohnempfänger (im Vorjahr: 199), 738 Gehaltsempfänger (im Vorjahr: 729) sowie 71 Auszubildende (im Vorjahr: 59). Von den 981 Beschäftigten wurden im Berichtsjahr 301 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Gesellschaften innerhalb des HHLA‑Konzerns entsandt.

Wirtschaftliches Umfeld

Die Entwicklungen der Gesamtwirtschaft und der Branche entsprechen im Wesentlichen denen des HHLA‑Konzerns. Wirtschaftliches Umfeld

Ertragslage

Wesentliche Kennzahlen

in Mio. €

 

2024

 

2023

 

Veränderung

Umsatzerlöse

 

143,5

 

141,4

 

1,5 %

Sonstige Erträge und Aufwendungen

 

- 175,3

 

- 134,3

 

- 30,5 %

Betriebsergebnis

 

- 31,8

 

7,1

 

neg.

Finanzergebnis

 

18,5

 

14,8

 

25,0 %

Beteiligungsergebnis

 

59,6

 

67,9

 

- 12,2 %

Ertragsteuern

 

7,7

 

15,3

 

- 49,7 %

Jahresüberschuss

 

54,0

 

105,1

 

- 48,6 %

Die Umsatzerlöse der HHLA AG resultierten im Wesentlichen aus der Weiterbelastung von Personalkosten für entsandtes Personal der Holding an die ausgegliederten Unternehmensbereiche in den Segmenten Container und Logistik sowie aus der Verrechnung administrativer Dienstleistungen und Leistungen für IT-Systeme, die in der HHLA AG gebündelt sind. Im Berichtsjahr betrugen die Umsatzerlöse 143,5 Mio. € (im Vorjahr: 141,4 Mio. €). Der Anstieg um 2,1 Mio. € resultierte im Wesentlichen aus Dienstleistungsverrechnungen mit Tochtergesellschaften der HHLA AG.

Die sonstigen Erträge und Aufwendungen belasteten das Ergebnis im Vorjahresvergleich um zusätzlich 41,0 Mio. €. Dies resultierte im Wesentlichen aus einem Buchgewinn des Vorjahres aus der Veräußerung eines Anteils an der HHLA Container Terminal Tollerort GmbH (CTT), Hamburg, in Höhe von 24,99 % sowie im Vergleich zum Vorjahr geringeren Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen.

Das Finanzergebnis entwickelte sich aufgrund verbesserter Anlagekonditionen positiv.

Die Entwicklung des Beteiligungsergebnisses begründet sich im Wesentlichen durch die Geschäftsentwicklung des Pro-forma-Segments Holding/Übrige. Die ergebniswirksam vereinnahmten Jahresüberschüsse aus den Tochtergesellschaften und Beteiligungen der HHLA AG haben sich im Vorjahresvergleich um 8,3 Mio. € auf 59,6 Mio. € reduziert (im Vorjahr: 67,9 Mio. €).

Die ausgewiesenen Ertragsteuern werden maßgeblich bestimmt durch die Aktivierung latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge zum 31.12.2024.

Der Jahresüberschuss ist als Ausschüttungsbemessungsgrundlage die wesentliche Steuerungsgröße für die HHLA AG und betrug im Berichtsjahr 54,0 Mio. € (im Vorjahr: 105,1 Mio. €). Davon entfallen auf die A‑Sparte 44,6 Mio. € (im Vorjahr: 94,2 Mio. €) und auf die S-Sparte 9,4 Mio. € (im Vorjahr: 10,9 Mio. €).

Soll-Ist-Vergleich

in Mio. €

 

Ist 2024

 

Ist 2023

 

Prognose 2024

Jahresüberschuss

 

54,0

 

105,1

 

starker Rückgang

Vermögenslage

Bilanzstruktur

in Mio. €

 

31.12.2024

 

31.12.2023

Aktiva

 

 

 

 

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

 

35,8

 

36,5

Finanzanlagen

 

1.337,5

 

925,0

Sonstige Aktiva

 

378,9

 

617,0

Bilanzsumme

 

1.752,2

 

1.578,5

 

 

 

 

 

Passiva

 

 

 

 

Eigenkapital

 

589,8

 

547,5

Rückstellungen für Pensionen

 

310,2

 

323,3

Sonstige Passiva

 

852,2

 

707,7

Bilanzsumme

 

1.752,2

 

1.578,5

Eigenkapitalquote in %

 

33,7

 

34,7

Anlagenintensität in %

 

2,0

 

2,3

Die Restbuchwerte der immateriellen Vermögensgegenstände und des Sachanlagevermögens betrugen zum Bilanzstichtag 35,8 Mio. € (im Vorjahr: 36,5 Mio. €). Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen beliefen sich im Berichtsjahr auf 4,7 Mio. € (im Vorjahr: 7,8 Mio. €). Der Investitionsschwerpunkt lag dabei auf dem Ausbau der IT-Landschaft.

Das Finanzanlagevermögen erhöhte sich im Wesentlichen infolge der Begebung von Ausleihungen sowie der eingangs beschriebenen Erweiterung des Intermodalgeschäfts und der Ausweitung der digitalen Aktivitäten um insgesamt 412,5 Mio. € auf 1.337,5 Mio. €.

Das Eigenkapital hat sich gegenüber dem Jahresende 2023 um 42,3 Mio. € erhöht. Der Anstieg wird durch den Jahresüberschuss in Höhe von 54,0 Mio. € sowie die Ausschüttung der Bardividende in Höhe von 11,7 Mio. € bestimmt.

Entwicklung der Pensionsrückstellungen

in Mio. €

 

2024

 

2023

Bilanzwert am 01.01.

 

323,3

 

334,8

In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasster Aufwand

 

5,5

 

7,5

Rentenzahlungen

 

- 18,6

 

- 19,0

Bilanzwert am 31.12.

 

310,2

 

323,3

Die HHLA AG bewertet die Ansprüche aus bestehenden Pensionsverpflichtungen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren „Projected Unit Credit Method“. Dabei erfolgt die Zuordnung künftiger Leistungen im Verhältnis der bereits zurückgelegten zu der bis zum Eintritt des jeweiligen Versorgungsfalls möglichen Dienstzeit. Zusätzlich werden die künftig zu erwartenden Renten- und Entgeltsteigerungen berücksichtigt. Für das Berichtsjahr wird ein von der Deutschen Bundesbank vorgegebener durchschnittlicher Marktzins der vergangenen zehn Jahre von 1,90 % (im Vorjahr: 1,82 %) angewandt. Dabei wird gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei der Pensionsrückstellung pauschal eine Restlaufzeit von 15 Jahren angenommen. Die Pensionsrückstellung betrug zum Bilanzstichtag 310,2 Mio. € (im Vorjahr: 323,3 Mio. €).

Finanzlage

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug im Berichtsjahr 4,3 Mio. € (im Vorjahr: 152,6 Mio. €). Er war wesentlich durch das Betriebsergebnis und vereinnahmte Beteiligungsergebnisse geprägt. Wie im Vorjahr ist der Cashflow aus Investitionstätigkeit aufgrund von Umwidmungen von Cash-Pool-Verträgen in mittelfristige Ausleihungen stark erhöht.

Der Finanzmittelfonds setzte sich im Rahmen bestehender Cash-Pool-Verträge aus Salden gegenüber Tochtergesellschaften in Höhe von - 60,8 Mio. € (im Vorjahr: 205,0 Mio. €), liquiden Mitteln in Form von Bankguthaben in Höhe von 148,2 Mio. € (im Vorjahr: 120,4 Mio. €), davon kurzfristige Einlagen bei Kreditinstituten in Höhe von 20,0 Mio. € (im Vorjahr: 55,0 Mio. €), sowie Clearing-Forderungen gegenüber der Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH (HGV), Hamburg, in Höhe von 54,8 Mio. € (im Vorjahr: 44,8 Mio. €) zusammen. Die HHLA AG ist mit der S-Sparte in das Cash-Clearing-System der HGV einbezogen.

Liquiditätsanalyse

in Mio. €

 

2024

 

2023

Finanzmittelfonds am 01.01.

 

370,2

 

509,2

Cashflow aus laufender Tätigkeit

 

4,3

 

152,6

Cashflow aus Investitionstätigkeit

 

- 420,5

 

- 426,3

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

 

188,2

 

134,7

Finanzmittelfonds am 31.12.

 

142,2

 

370,2

davon ggü. Tochtergesellschaften

 

- 60,8

 

205,0

davon liquide Mittel

 

203,0

 

165,2

Risiko- und Chancenbericht

Die Geschäftsentwicklung der HHLA AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des HHLA‑Konzerns. An den Risiken ihrer Tochterunternehmen und Beteiligungen partizipiert die HHLA AG grundsätzlich ihrer jeweiligen Beteiligungsquote entsprechend.

Die HHLA AG als Mutterunternehmen des HHLA‑Konzerns ist in das konzernweite Risiko- und Chancenmanagementsystem eingebunden. Im Kapitel Risiko- und Chancenmanagement des zusammengefassten Lageberichts erfolgt die nach § 289 Abs. 4 HGB erforderliche Beschreibung des internen Kontrollsystems. Risiko- und Chancenmanagement

Prognosebericht

Ausblick

Die Erwartungen für die HHLA AG spiegeln sich aufgrund ihrer Verflechtungen mit den Konzerngesellschaften und ihres Gewichts im Konzern in der Prognose des Konzerns wider. Es wird erwartet, dass sich die für den HHLA‑Konzern getroffenen Aussagen zur Markt- und Umsatzentwicklung im Wesentlichen in den Umsatzerlösen der HHLA AG widerspiegeln werden. Darüber hinaus wird das Beteiligungsergebnis das Jahresergebnis der HHLA AG wesentlich beeinflussen. Prognosebericht

Erwartete Ertragslage 2025

Auf Basis der im Prognosebericht des Konzerns erwarteten Ertragslage des HHLA-Konzerns und der vorherigen Ausführungen geht die HHLA AG insgesamt von einem starken Anstieg des Jahresüberschusses gegenüber dem Vorjahreswert aus. Auch für die HHLA AG ist eine verlässliche Prognose aufgrund der im Prognosebericht des Konzerns beschriebenen unsicheren Rahmenbedingungen weiterhin nicht möglich. Erwartete Konzernentwicklung

Erwartete Vermögens- und Finanzlage 2025

Auf Basis der im Prognosebericht des Konzerns beschriebenen liquiditätssteuernden Maßnahmen geht die HHLA AG von einer weiterhin stabilen Finanzlage aus. Erwartete Konzernentwicklung

Dividende

Die Gewinnverwendung der HHLA AG orientiert sich wie im Vorjahr an der Ergebnisentwicklung des abgelaufenen Geschäftsjahres. Der Bilanzgewinn und eine stabile Finanzlage stellen dabei die Grundlage für eine Fortsetzung der kommunizierten Ausschüttungspolitik dar. Ertragslage

IFRS
International Financial Reporting Standards
Investitionen
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie in immaterielle Vermögenswerte
Terminal
In der maritimen Logistik versteht man darunter eine Anlage für den Umschlag von Gütern auf verschiedene Verkehrsträger.

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