Geschäftsbericht 2024

Segment Container

Wesentliche Kennzahlen

in Mio. €

 

2024

 

2023

 

Veränderung

Umsatzerlöse

 

773,3

 

708,8

 

9,1 %

EBITDA

 

167,8

 

146,6

 

14,4 %

EBITDA-Marge in %

 

21,7

 

20,7

 

1,0 PP

EBIT

 

78,7

 

47,2

 

66,6 %

EBIT-Marge in %

 

10,2

 

6,7

 

3,5 PP

Containerumschlag in Tsd. TEU

 

5.970

 

5.917

 

0,9 %

Im Berichtsjahr 2024 stieg der Containerumschlag an den Containerterminals der HHLA im Vergleich zum Vorjahr geringfügig um 0,9 % auf 5.970 Tsd. Standardcontainer (TEU) (im Vorjahr: 5.917 Tsd. TEU).

Containerumschlag

in Tsd. TEU

Entwicklung des Containerumschlags (Balkendiagramm)

An den Hamburger Containerterminals lag der Umschlag mit 5.686 Tsd. TEU nahezu auf Vorjahresniveau (im Vorjahr: 5.687 Tsd. TEU). Während sich bei den Überseeverkehren die Mengen der Fahrtgebiete Fern- und Nahost jeweils rückläufig entwickelten, zogen die Volumen für die Fahrtgebiete Nord- und Südamerika, insbesondere für die Vereinigten Staaten, teilweise stark an. Zudem waren bei den Ladungsmengen mit anderen europäischen Hochseehäfen, besonders aus Belgien und Griechenland, zusätzliche Volumen zu verzeichnen. Grund hierfür waren temporäre Routenveränderungen aufgrund des militärischen Konflikts im Roten Meer. Die Mengen der Zubringerverkehre (Feeder) konnten gegenüber dem Vorjahreszeitraum moderat zulegen. Neben den polnischen Verkehren verzeichnete insbesondere der Containerumschlag innerhalb Deutschlands sowie aus Lettland und dem Vereinigten Königreich jeweils einen starken Anstieg. Die finnischen und dänischen Ladungsmengen entwickelten sich hingegen rückläufig. Die Feederquote am wasserseitigen Umschlag lag bei 19,4 % (im Vorjahr: 18,6 %).

Die internationalen Containerterminals verzeichneten einen starken Anstieg im Umschlagvolumen von 23,1 % auf 284 Tsd. TEU (im Vorjahr: 231 Tsd. TEU). Dies ist zurückzuführen auf einen starken Mengenzuwachs am Multifunktionsterminal HHLA TK Estonia und die Wiederaufnahme des wasserseitigen Umschlags am Container Terminal Odessa (CTO) im dritten Quartal 2024. Die stark verringerten Umschlagmengen bei PLT Italy in Triest aufgrund von Schiffsumroutungen oder -ausfällen infolge des militärischen Konflikts im Roten Meer wurden dadurch mehr als ausgeglichen.

Die Umsatzerlöse des Segments stiegen im Geschäftsjahr deutlich um 9,1 % auf 773,3 Mio. € (im Vorjahr: 708,8 Mio. €). Maßgeblich hierfür war im Wesentlichen die längere Verweildauer umgeschlagener Container an den Hamburger Terminals, die sich anhaltend positiv auf die Lagergelderlöse auswirkte. Darüber hinaus trug die positive Entwicklung an den internationalen Containerterminals der HHLA zur Umsatzsteigerung bei. Treiber waren neben den starken Erlösen aus dem Getreidetransport und der erwähnten Wiederaufnahme der Abfertigung von Containerschiffen in Odessa die positive Mengenentwicklung des Terminals HHLA TK Estonia in Tallinn sowie höhere Erlöse am Multifunktionsterminal in Triest.

Die im Betriebsergebnis berücksichtigten sonstigen betrieblichen Erträge und die Aufwendungen, welche zusammen als EBIT-Kosten definiert werden, nahmen im Betrachtungszeitraum im Saldo deutlich um 5,9 % zu. Dies resultierte vor allem aus dem u. a. tarifbedingt erhöhten Personalaufwand, einem signifikanten Anstieg im Energieaufwand sowie zusätzlichen Aufwendungen für bezogene Leistungen. Die EBIT-Kosten der Multifunktionsterminals in Triest und Tallinn und am Containerterminal in Odessa stiegen dabei isoliert und im Vergleich zum Vorjahreszeitraum teilweise stark an. Gegenläufig wirkten sich die seit März 2023 durchgeführten Maßnahmen zur Ergebnissicherung an den Hamburger Containerterminals sowie weitere umfangreiche Transformationsprozesse innerhalb des Segments Container aus. Zudem gab es einen starken Rückgang der Aufwendungen für Fremdleistungen für Instandhaltung, eine Vollauflösung nicht vertraglich fixierter Restrukturierungsrückstellungen sowie einen stark verringerten Abschreibungsaufwand, der mit der Neubewertung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer für einige Anlagengüter in der Anlagengruppe Technische Anlagen und Maschinen zusammenhängt. So konnte ein Teil der erwähnten zusätzlichen Aufwendungen und Kostensteigerungen ausgeglichen und der negative Ergebniseffekt reduziert werden.

Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich somit erlösbedingt um 66,6 % auf 78,7 Mio. € (im Vorjahr: 47,2 Mio. €). Die EBIT-Marge stieg um 3,5 Prozentpunkte auf 10,2 % (im Vorjahr: 6,7 %).

Zur Erreichung einer besseren Energie- und somit perspektivisch höheren Kosteneffizienz führte die HHLA im Berichtsjahr ihre Investitionen in klimafreundliche, effiziente und moderne Terminaltechnik fort. Am Container Terminal Altenwerder (CTA) wurden im Dezember drei vormontierte Containerbrücken angeliefert. Die neuen Containerbrücken werden im Jahresverlauf 2025 in Betrieb gesetzt und das Automatisierungsniveau des Terminals damit weiter erhöht. Zudem wurde die Fertigung des nächsten Lieferloses begonnen. Von insgesamt 19 im Zulauf befindlichen Zugmaschinen wurden 2024 neun geliefert. Die Arbeiten an der Bereitstellung der nötigen E-Infrastruktur wurden fortgeführt. Die Lieferung des im ersten Halbjahr 2024 bestellten hochautomatisierten Bahnkrans wird in der Jahresmitte 2025 erwartet. Der Container Terminal Burchardkai (CTB) trieb den Ausbau und die Inbetriebnahme zusätzlicher Automatikblöcke sowie Baumaßnahmen an der AGV-Fläche weiter voran. Das Container Terminal Tollerort (CTT) übernahm Teile der im Rahmen des Effizienzprogramms am CTB ausgemusterten Van-Carrier zum kosteneffizienten Erhalt der eigenen Flotte. Außerdem wurde dort im Juli eine Wasserstofftankstelle als Pilotprojekt eröffnet. Im Rahmen des Clusters Clean Port & Logistics (CPL) soll der Betrieb von Schwerlastfahrzeugen im Hafen mit dem Energieträger Wasserstoff getestet werden. Das Testfeld am CTT ist ein weiterer Meilenstein in der Dekarbonisierung der Logistik.

Automated Guided Vehicle (AGV)
Vollautomatisches, fahrerloses Transportfahrzeug, das auf dem HHLA Container Terminal Altenwerder die Container zwischen den Containerbrücken an der Wasserseite und dem Blocklager bewegt.
EBIT
Ergebnis vor Zinsen und Steuern
Standardcontainer
siehe TEU
TEU (Twenty Foot Equivalent Unit)
Genormter 20-Fuß-Standardcontainer, der als Maßeinheit zur Zählung von Containermengen dient. Ein 20-Fuß-Standardcontainer ist 6,06 Meter lang, 2,44 Meter breit und 2,59 Meter hoch.
Terminal
In der maritimen Logistik versteht man darunter eine Anlage für den Umschlag von Gütern auf verschiedene Verkehrsträger.
Van-Carrier (auch VC oder Straddle-Carrier)
Fahrzeug zum Transport von Containern auf den Terminals. Der Fahrer bewegt seinen Van-Carrier über den Container, hebt diesen an und kann ihn in bis zu vier Lagen übereinanderstapeln

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