Geschäftsbericht 2024

Ertragslage

Im Jahr 2024 entwickelten sich die Leistungsdaten der HHLA positiv. Der Containerumschlag verzeichnete einen Anstieg um 0,9 % gegenüber dem Vorjahr auf 5.970 Tsd. TEU (im Vorjahr: 5.917 Tsd. TEU). An den drei Hamburger Terminals belief sich der Umschlag nahezu auf Vorjahresniveau. Mengenzuwächse in den Fahrtgebieten Nord- und Südamerika und den anderen europäischen Hochseehäfen sowie höhere Volumen in den Zubringerverkehren (Feeder) konnten die Mengenrückgänge in den Fahrtgebieten Fern- und Nahost kompensieren. Die internationalen Terminals verzeichneten einen starken Volumenanstieg, insbesondere aufgrund einer starken Mengensteigerung am Multifunktionsterminal HHLA TK Estonia, und aufgrund der Wiederaufnahme des wasserseitigen Umschlags am Container Terminal Odessa. Das Transportvolumen erhöhte sich um 11,6 % auf 1.787 Tsd. TEU gegenüber dem Vorjahr (im Vorjahr: 1.602 Tsd. TEU). Dieser Anstieg resultierte aus einer starken Zunahme der Bahnverkehre, die vor allem auf höhere Transportmengen in der DACH-Region und auf den Mehrheitserwerb an der Roland Spedition GmbH im zweiten Quartal zurückzuführen ist. Die Straßentransporte lagen leicht über dem Vorjahresniveau.

Umsatzerlöse

in Mio. €

Umsatzerlöse (Balkendiagramm)

Die Umsatzerlöse des HHLA-Konzerns stiegen im Berichtszeitraum um 10,5 % auf 1.598,3 Mio. € (im Vorjahr: 1.446,8 Mio. €). Dies ist vor allem auf gestiegene Transportvolumen und die längere Verweildauer umgeschlagener Container an den Hamburger Containerterminals zurückzuführen. Der börsennotierte Teilkonzern Hafenlogistik mit den Segmenten Container, Intermodal und Logistik entwickelte sich nahezu parallel zum HHLA-Konzern und verzeichnete einen Umsatzanstieg um 10,8 % auf 1.561,7 Mio. € (im Vorjahr: 1.408,9 Mio. €). Der nicht börsennotierte Teilkonzern Immobilien wies einen Umsatzrückgang um 0,8 % auf 46,1 Mio. € (im Vorjahr: 46,5 Mio. €) aus. Damit trug der Teilkonzern Immobilien 2,3 % zum Konzernumsatz bei.

Die Bestandsveränderungen betrugen im abgelaufenen Jahr 0,3 Mio. € (im Vorjahr: 0,5 Mio. €). Die aktivierten Eigenleistungen erhöhten sich auf 7,7 Mio. € (im Vorjahr: 6,6 Mio. €).

Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen um 1,3 % auf 72,6 Mio. € (im Vorjahr: 73,6 Mio. €) zurück. Darin enthalten sind u. a. Erstattungsansprüche gegenüber der HGV aus dem abgeschlossenen Business Combination Agreement im Zusammenhang mit der MSC-Transaktion sowie im Vorjahr u.a. Erträge aus dem Verkauf einer Gewerbeimmobilie.

Aufwandsstruktur

Operative Aufwendungen 2024: 1.545 Mio.€

Operative Aufwendungen (Kreisdiagramm)

Die operativen Aufwendungen verzeichneten eine deutliche Erhöhung um 8,9 % auf 1.544,6 Mio. € (im Vorjahr: 1.418,1 Mio. €). Ursache hierfür waren der starke Anstieg der Materialaufwendungen sowie ein deutlicher Anstieg im Personalaufwand und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Dem stand ein leichter Rückgang der Abschreibungen gegenüber.

Der Materialaufwand erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 14,7 % auf 556,6 Mio. € (im Vorjahr: 485,1 Mio. €). Der starke Anstieg hing mit der Mengenentwicklung bei den materialintensiven Bahnverkehren und einem deutlichen Anstieg im Energieaufwand des Segments Container zusammen. Die Materialaufwandsquote stieg auf 34,8 % (im Vorjahr: 33,5 %).

Der Personalaufwand erhöhte sich um 7,5 % auf 598,3 Mio. € (im Vorjahr: 556,7 Mio. €). Grund hierfür war neben Tariferhöhungen und der positiven Entwicklung der Leistungsdaten auch die Geschäftsausweitung bei den Bahnverkehren. Die Personalaufwandsquote ging auf 37,4 % (im Vorjahr: 38,5 %) zurück. Positiv wirkte sich dabei nach der Teilauflösung im Vorjahr eine Vollauflösung für nicht vertraglich fixierte Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 18,8 Mio. € im Segment Container aus.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Berichtsjahr um 8,6 % auf 214,9 Mio. € (im Vorjahr: 197,9 Mio. €). Ursächlich waren im Wesentlichen Grunderwerbsteuerrückstellungen, welche durch Vollzug der MSC-Transaktion ausgelöst wurden. Das Verhältnis zum erwirtschafteten Umsatz beträgt 13,4 % (im Vorjahr: 13,7 %).

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen erhöhte sich das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) um 7,4 % auf 309,0 Mio. € (im Vorjahr: 287,8 Mio. €). Die EBITDA-Marge verringerte sich auf 19,3 % (im Vorjahr: 19,9 %).

Der Abschreibungsaufwand ging mit 174,8 Mio. € leicht um 2,0 % gegenüber dem Vorjahr (im Vorjahr: 178,4 Mio. €) zurück. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus der Neubewertung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer für einige Anlagengüter in der Anlagengruppe Technische Anlagen und Maschinen. Der positive Effekt aus der Anpassung der Nutzungsdauer beträgt 9,1 Mio. €. Gegenläufig wirkte eine erforderliche Wertberichtigung im Segment Logistik.

Betriebsergebnis (EBIT)

in Mio. €, EBIT-Marge in %

Betriebsergebnis (EBIT) (Balkendiagramm)

Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg im Berichtsjahr im Wesentlichen erlösbedingt um 22,7 % auf 134,3 Mio. € (im Vorjahr: 109,4 Mio. €). Die EBIT-Marge erhöhte sich auf 8,4 % (im Vorjahr: 7,6 %). Der Teilkonzern Hafenlogistik verzeichnete eine EBIT-Steigerung um 26,8 % auf 117,8 Mio. € (im Vorjahr: 92,9 Mio. €) und erwirtschaftete damit 87,7 % (im Vorjahr: 84,9 %) des operativen Konzernergebnisses. Das EBIT im Teilkonzern Immobilien verringerte sich geringfügig um 0,1 % auf 16,1 Mio. € (im Vorjahr: 16,1 Mio. €). Hier wurden 12,3 % (im Vorjahr: 15,1 %) des operativen Konzernergebnisses erwirtschaftet.

Der Nettoaufwand aus dem Finanzergebnis reduzierte sich um 2,3 Mio. € bzw. 5,1 % auf 43,3 Mio. € (im Vorjahr: 45,6 Mio. €). Die Veränderung resultierte nach gegenläufigen Zinseffekten im Wesentlichen aus einem verbesserten Ergebnis der nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen.

Die effektive Steuerquote des Konzerns lag mit 38,0 % oberhalb des Vorjahres (im Vorjahr: 33,6 %).

Der Anteil der Aktionäre des Mutterunternehmens am Konzernjahresüberschuss erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 62,9 % auf 32,5 Mio. € (im Vorjahr: 20,0 Mio. €). Der nicht beherrschende Anteil betrug im Geschäftsjahr 2024 23,9 Mio. € (im Vorjahr: 22,4 Mio. €). Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich um 62,9 % auf 0,43 € (im Vorjahr: 0,27 €). Der börsennotierte Teilkonzern Hafenlogistik erzielte hierbei ein um 165,1 % höheres Ergebnis je Aktie von 0,32 € (im Vorjahr: 0,12 €). Der nicht börsennotierte Teilkonzern Immobilien lag mit einem Ergebnis je Aktie von 3,52 € unter dem Vorjahr (im Vorjahr: 4,17 €). Wie im Vorjahr gab es auch 2024 keinen Unterschied zwischen unverwässertem und verwässertem Ergebnis je Aktie.

Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Prozentpunkte auf 5,4 % (im Vorjahr: 4,6 %). Steuerung und Wertmanagement

Die Gewinnverwendung der HHLA orientiert sich an der Ergebnisentwicklung des HHLA-Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung auf dieser Basis vorschlagen, je dividendenberechtigte börsennotierte A-Aktie eine Bardividende in Höhe von 0,16 € auszuschütten. Die Zustimmung der Hauptversammlung vorausgesetzt, beliefe sich der Ausschüttungsbetrag für die A-Aktien damit auf 11,6 Mio. € (im Vorjahr: 5,8 Mio. €). Für die nicht börsennotierten S-Aktien werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine Bardividende in Höhe von 1,50 € vorschlagen (im Vorjahr: 2,20 €). Der Ausschüttungsbetrag der S-Aktien würde damit 4,1 Mio. € betragen (im Vorjahr: 5,9 Mio. €).

EBIT
Ergebnis vor Zinsen und Steuern
EBITDA
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
Feeder / Feederschiff
Zubringerschiff, das kleinere Mengen von Containern auf Häfen weiterverteilt. Von Hamburg aus wird vor allem die Ostseeregion mit Feedern bedient.
Intermodal / Intermodalsysteme
Transport unter Nutzung mehrerer Verkehrsträger (Wasser, Schiene, Straße), der die jeweils spezifischen Vorteile kombiniert.
TEU (Twenty Foot Equivalent Unit)
Genormter 20-Fuß-Standardcontainer, der als Maßeinheit zur Zählung von Containermengen dient. Ein 20-Fuß-Standardcontainer ist 6,06 Meter lang, 2,44 Meter breit und 2,59 Meter hoch.
Terminal
In der maritimen Logistik versteht man darunter eine Anlage für den Umschlag von Gütern auf verschiedene Verkehrsträger.

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