Geschäftsbericht 2024

Emissionen

Prüfung mit begrenzter Sicherheit

Für einen wirkungsvollen Klimaschutz konzentriert sich die HHLA auf die Senkung der absoluten CO2-Äquivalente (CO2e). Die Energieeffizienz und der Anteil erneuerbarer Energien im Energieträgermix der HHLA sollen kontinuierlich gesteigert werden, um eine Entkopplung von Umschlag- und Transportvolumen einerseits und CO2e-Emissionen andererseits zu erreichen.

Absolute CO2e-Emissionen (marktbasiert)

in Tonnen, Basisjahr 2018

Absolute CO2-Emissionen (Balkendiagramm)
2018: CO2-Emissionen, ab 2022: CO2e-Emissionen
2024: geringe Emissionen aus flüchtigen Gasen tlw. geschätzt
* HHLA ist klimaneutral, wenn mindesten 90 % seiner Scope-1- und Scope-2-Emisionen (marktbasiert) auf null reduziert wurden und die verbleibenden Emissionen durch CO2-Entnahme oder hochwertige Kompensation ausgeglichen werden.

Die CO2-Äquivalente (CO2e) werden seit dem Geschäftsjahr 2022 berichtet, so dass neben der Klimawirkung von reinen CO2-Emissionen auch die Klimawirksamkeit anderer Treibhausgase (wie N2O) in die Erhebung der CO2-Äquivalente einfließt. Diese Werte sind nahezu vergleichbar. Auf eine rückwirkende Anpassung der Treibhausgasbilanz für die Jahre 2018 bis 2021 wurde dabei verzichtet.

Bei der Berechnung der CO2e-Emissionen orientiert sich die HHLA am Greenhouse Gas Protocol Corporate Standard (Revised Edition), einem internationalen Standard zur Erfassung von Treibhausgasemissionen. Bei der Berechnung werden Tank-to-Wheel-Emissionen für die Treibstoffe und marktbasierte Emissionsfaktoren berücksichtigt. Die Emissionsfaktoren für die fossilen Energieträger wurden dem Global Logistics Emissions Council (GLEC) Framework 2.0 entnommen. Um die Vergleichbarkeit mit den veröffentlichten Daten der Vorjahre zu erleichtern, wurde im Berichtsjahr auf eine Umstellung auf den Standard GLEC Framework 3.0 verzichtet. Die genutzten Emissionsfaktoren für Strom, für die keine marktbasierten Emissionsfaktoren vorliegen, wurden von der IEA (International Energy Agency) veröffentlicht.

Die Treibhausgasemissionen des HHLA-Konzerns konzentrieren sich im Wesentlichen auf CO2. Sie werden vor allem durch die Umschlagmengen an den Hafen- und Inlandterminals, die Bahntransportvolumen sowie den Anteil des Strombezugs aus erneuerbaren Energien beeinflusst. Im Berichtsjahr weist die HHLA erstmals die CO2e-Emissionen getrennt nach standortbasierten und marktbasierten Emissionsfaktoren aus. Die marktbasierten Emissionsfaktoren spiegeln den Strombezug aus erneuerbaren Energien wider und wurden bei der Berechnung gemäß Greenhouse Gas Protocol als lokal emissionsfrei klassifiziert. Der Energiebedarf eines Hafenterminals hängt maßgeblich von den wasserseitig umgeschlagenen und landseitig mit den Verkehrsträgern Bahn und Lkw transportierten Containern ab.

Als Bezugsgröße zur Ermittlung der spezifischen CO2e-Emissionen verwendet die HHLA entsprechend den Empfehlungen der EEEG-Arbeitsgruppe (European Economics Environment Group) die relevante wasser- und landseitige Umschlagleistung in Containern. Die Empfehlungen der EEEG-Arbeitsgruppe werden ebenfalls im GLEC Framework 2.0 berücksichtigt.

Die zentrale Bedeutung verringerter absoluter CO2e-Emissionen spiegelt sich im Klimaschutzziel der HHLA wider: Bis 2030 sollen die absoluten CO2e-Emissionen um mindestens 50 % reduziert werden, bis 2040 möchte die HHLA klimaneutral wirtschaften. Als Basisjahr wurde das Jahr 2018 festgelegt.

Im Vergleich zwischen Basisjahr und Berichtsjahr verringerten sich die absoluten Scope-1- und Scope-2-CO2e-Emissionen um 42,1 % auf 98.603 t (2018: 170.346 t) und gingen somit im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 % zurück (im Vorjahr: 105.453 t).

Die standortbasierten CO2e-Emissionen lagen im Berichtsjahr bei 179.695 t.

Die Höhe der CO2e-Emissionen im Jahr 2024 wurde insbesondere durch drei Entwicklungen beeinflusst:

  • die Umstellung des Strombezugs an den Hamburger Standorten auf Strom aus erneuerbaren Energien,
  • ein mengenbedingten Anstieg des Energieverbrauchs im Segment Intermodal,
  • die erstmalige Berücksichtigung von CO2e-Emissionen verflüchtigter Kühlmittel aus Klimaanlagen.

Der Anteil von Strom am Gesamtenergieverbrauch des Konzerns stieg von 63,9 % im Vorjahr auf 64,9 % im Berichtsjahr. Dieser Wert markiert einen neuen Höchstwert innerhalb des HHLA-Konzerns und spiegelt im Wesentlichen die Elektrifizierungsmaßnahmen im Konzern wider. Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtstromverbrauch stieg auf 70,2 % (im Vorjahr: 58,8 %). Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch lag im Berichtszeitraum bei 45,5 % (im Vorjahr 37,5 %). Wurden im Vorjahr noch 207,4 Gigawattstunden (GWh) Strom aus erneuerbaren Energien bezogen, so stieg diese Menge im Berichtsjahr um 30,8 % auf 271,3 GWh. Die traktionsbedingten CO2e-Emissionen durch den Einsatz von Elektrolokomotiven stiegen im Berichtsjahr um 2,4 % auf 33.220 t (im Vorjahr: 32.426 t).

Direkte und indirekte CO2e-Emissionen

in Tsd. Tonnen, Basisjahr 2018

Direkte und indirekte CO2-Emissionen (Balkendiagramm)
Bis 2021: CO2-Emissionen, ab 2022: CO2e-Emissionen

Im Berichtsjahr wurde Strom aus erneuerbaren Energien für folgende Bereiche eingesetzt:

  • für den von METRANS-Gesellschaften durchgeführten elektrifizierten Bahnverkehr in Deutschland, Österreich und den Niederlanden.
  • für die selbstgenutzten Standorte der HHLA in Hamburg und die iSAM AG am Standort Mülheim.
  • An den Standorten mit eigener Fotovoltaikanlage in Estland, Polen, Tschechien und Ungarn wurde der produzierte Strom zum weit überwiegenden Anteil selbst verbraucht.

Entwicklung spezifischer CO2e-Emissionen

Spezifische CO2e-Emissionen gegenüber 2008 in %

Entwicklung der spezifischen CO2-Emissionen seit 2008 (Balkendiagramm)
Bis 2021: CO2-Emissionen, ab 2022: CO2e-Emissionen; marktbasiert

Die absoluten CO2e-Emissionen der vier von der HHLA betriebenen reinen Containerterminals – namentlich CTA, CTB, CTT und CTO – sanken im Vorjahresvergleich um 9.392 t auf 30.410 t. Gegenüber dem Basisjahr 2008 verringerten sich die spezifischen CO2e-Emissionen um 59,5 %. Von Dritten veranlasste und durchgeführte Tätigkeiten, die auf den Anlagen der HHLA CO2e emittieren, werden nicht erfasst.

Als Bestandteil der mit dem Vorstand vereinbarten Zielvorgaben geht der Drei-Jahres-Durchschnitt der jährlichen spezifischen CO2-Emissionsentwicklung in die Vorstandsvergütung ein. Dabei wurde ein Zielkorridor festgelegt, dessen Erreichen eine entsprechende Tantieme auslöst. Vergütungsbericht und Vergütungssystem

Zertifizierte Klimaneutralität

Der CTA in Hamburg ist die weltweit erste zertifiziert klimaneutrale Umschlaganlage für Container. Der Betrieb erfolgt überwiegend elektrifiziert mit Strom aus erneuerbaren Energien. Für Terminalprozesse, die heute noch CO2e-Emissionen verursachen, wird die Umstellung auf elektrifizierten Betrieb derzeit erprobt bzw. bereits sukzessive umgesetzt. Im Berichtsjahr wurden die CO2e-Emissionen des CTA durch den TÜV Nord gemäß DIN ISO 14064-3:2000 ermittelt und die Klimaneutralität durch den Standard TN-CC-020 zertifiziert. Berücksichtigt werden darin Emissionen aus stationärer Verbrennung (Erdgas) und mobiler Verbrennung (Diesel), aus importierter Elektrizität (marktbasierter Ansatz), Vorketten aller eingesetzten Energieträger sowie die Emissionen des Pendlerverkehrs. Dabei wurden alle nicht vermeidbaren CO2e-Emissionen in Höhe von 5.125 t (im Vorjahr: 7.409 t), die durch den Containerumschlag entstehen (einschließlich der berechneten Scope-3-Emissionen), durch Kompensationsprojekte nach dem Gold Standard ausgeglichen.

Grundlage für das klimaneutrale Produkt HHLA Pure sind die durch den TÜV Nord als unabhängige Zertifizierungsstelle verifizierten CO2e-Emissionen für den Transport eines Standardcontainers von und nach Hamburg, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Duisburg, Rotterdam, Danzig, Malaszewicze, Triest, Rijeka und Koper innerhalb des METRANS-Netzwerks.

HHLA Pure steht für klimaneutralen Containerumschlag und -transport gemäß TÜV-Nord-Standard TN-CC-020, der die Emissionen aus stationärer und mobiler Verbrennung (Erdgas, Diesel) sowie aus importiertem Strom erfasst. Gemäß diesem Standard wurden die Emissionen so weit wie möglich reduziert. Dabei wurden alle im Berichtsjahr als unvermeidbar klassifizierten CO2e-Emissionen in Höhe von 62.664 t durch Klimaschutz-Kompensationsprojekte nach dem Gold Standard ausgeglichen (im Vorjahr: 51.344 t). Im Berichtsjahr wurden insgesamt 1.105 Tsd. Standardcontainer (TEU) klimaneutral mit HHLA Pure transportiert (im Vorjahr: 940 Tsd. TEU).

Maßnahmen zur Senkung der CO2e-Emissionen

Das bestehende Programm zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Senkung der CO2e-Emissionen der einzelnen HHLA-Gesellschaften wurde im Berichtsjahr mit verschiedenen Maßnahmen fortgeführt. Hierzu zählen u. a. die Umrüstung und Ausstattung mit energieeffizienteren Technologien wie z.B. der Ausbau der batteriebetriebenen Zugmaschinen-Flotte am CTA oder der Ausbau des elektrifizierten Lagerkransystems am CTB.

CO2e (CO2 equivalent – Kohlenstoffdioxid-Äquivalent)
Ein CO2e-Äquivalent (CO2e) ist eine Maßeinheit für die Klimawirkung verschiedener Treibhausgase. Neben dem dominierenden Treibhausgas CO2 umfasst CO2e weitere Gase mit Klimawirkung wie z.B. Methan (CH4) und Lachgas (N2O). Die CO2- und CO2e-Werte sind durch die bei der HHLA eingesetzten Energieträger nahezu vergleichbar.
Intermodal / Intermodalsysteme
Transport unter Nutzung mehrerer Verkehrsträger (Wasser, Schiene, Straße), der die jeweils spezifischen Vorteile kombiniert.
Standardcontainer
siehe TEU
TEU (Twenty Foot Equivalent Unit)
Genormter 20-Fuß-Standardcontainer, der als Maßeinheit zur Zählung von Containermengen dient. Ein 20-Fuß-Standardcontainer ist 6,06 Meter lang, 2,44 Meter breit und 2,59 Meter hoch.

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