Geschäftsbericht 2024

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP)

in %

 

2024

 

2023

Welt

 

3,2

 

3,3

Fortgeschrittene Volkswirtschaften

 

1,7

 

1,7

USA

 

2,8

 

2,9

Euroraum

 

0,8

 

0,4

Deutschland

 

- 0,2

 

- 0,3

Italien

 

0,6

 

0,7

Aufstrebende Volkswirtschaften (Schwellen- und Entwicklungsländer)

 

4,2

 

4,4

Aufstrebende asiatische Volkswirtschaften

 

5,2

 

5,7

China

 

4,8

 

5,2

Mittel- und Osteuropa (aufstrebende europäische Volkswirtschaften)

 

3,2

 

3,3

Russland

 

3,8

 

3,6

Welthandel

 

3,4

 

0,7

Quelle: Internationaler Währungsfonds (IWF); Januar 2025

Laut der Veröffentlichung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zeigte die Weltwirtschaft im Jahr 2024 eine moderate, aber stabile Entwicklung. Nachdem die weltweite Konjunktur im Frühjahr an Dynamik verloren hatte, wuchs die globale Wirtschaftsleistung im Jahresverlauf nur leicht stärker als erwartet. Für das dritte Quartal geht der IWF von einer um 0,1 Prozentpunkte schwächeren Entwicklung des weltweiten Wirtschaftswachstums aus als noch im Oktober 2024 angenommen. Dies ist vor allem auf schwächer als erwartete Wirtschaftsdaten in einigen asiatischen und europäischen Ländern zurückzuführen. Für das Gesamtjahr 2024 wird mit einem im historischen Vergleich unterdurchschnittlichen Weltwirtschaftswachstum von 3,2 % gerechnet.

Der Welthandel verzeichnete ebenfalls eine moderate Entwicklung. Drohende Handelsbeschränkungen und zunehmende geopolitische Unsicherheiten auf der einen Seite sowie ein weltweiter Rückgang der Inflationsraten gepaart mit einer langsamen wirtschaftlichen Erholung in mehreren Regionen; auf der anderen Seite, beeinflussten das Wachstum des internationalen Handels. Der IWF sieht weiterhin Herausforderungen für viele Volkswirtschaften, insbesondere mit Blick auf Inflation, Zinsen und Lieferkette. Dennoch gab es in einigen Bereichen auch moderate Wachstumsimpulse, insbesondere aus den Schwellenländern und den USA.

Die konjunkturelle Entwicklung in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften war uneinheitlich. Die gesamtwirtschaftliche Leistung der Industrieländer stieg im Jahr 2024 um 1,7 %. Während die US-amerikanische Wirtschaft durch einen starken privaten Konsum kräftig um 2,8 % expandierte, wurde das Wachstum in der Eurozone weiterhin durch die Schwäche des verarbeitenden Gewerbes und der Warenexporte gebremst, wobei Deutschland hinter den anderen Ländern der Währungsunion zurückblieb. Der IWF geht davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Euroraums 2024 nur um 0,8 % zugenommen hat.

Auch in den aufstrebenden Volkswirtschaften gab es große Unterschiede in der konjunkturellen Dynamik. Nach Einschätzung des IWF betrug das Wirtschaftswachstum 2024 insgesamt 4,2 %. In China lag das Wachstum im Jahresvergleich unter den Erwartungen. Das schneller als erwartete Wachstum der Nettoexporte konnte die unerwartet schnelle Verlangsamung des Konsums nur teilweise ausgleichen, da sich die Stabilisierung des Immobilienmarktes verzögerte und das Verbrauchervertrauen weiterhin gering war. Nach Einschätzung des IWF, expandierte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt im Jahr 2024 um 4,8 %.

Die Konjunktur in Russland beschleunigte sich stärker als erwartet. Laut aktueller Einschätzung des IWF wuchs das russische BIP um 3,8 %, 0,2 Prozentpunkte über der Prognose vom Oktober 2024. Besonders die steigenden Staatsausgaben für die Kriegsmaschinerie gaben der Wirtschaft trotz westlicher Sanktionen starke Impulse. Für die Ukraine erwartete der IWF in seiner Prognose vom Oktober 2024 nach einem starken Wirtschaftswachstum von 5,3 % im Jahr 2023, eine spürbar langsamere Wachstumsdynamik im abgelaufenen Jahr mit einem Zuwachs von 3,0 %. Die estnische Volkswirtschaft in Estland wird hingegen nach Einschätzung der Experten um 0,9 % schrumpfen (IWF, Oktober 2024).

In Deutschland schrumpfte die Wirtschaft 2024, wie bereits im Jahr zuvor. Die Konjunkturschwäche war u. a. auf hohe Energiepreise zurückzuführen, die die Industrieproduktion belasteten. Zudem litt Deutschland als Exportnation unter der schwachen globalen Nachfrage. Eine veraltete Infrastruktur und eine stagnierende Bauwirtschaft bremsten die deutsche Wirtschaft zusätzlich. Nach Einschätzung des IWF ging die wirtschaftliche Leistung der größten Volkswirtschaft Europas im Gesamtjahr um 0,2 % zurück.

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