Dialog mit Arbeitnehmervertretern
Betriebliche Mitbestimmung im HHLA-Konzern
Betriebliche Mitbestimmung und sozialpartnerschaftliches Verhandeln von Arbeitnehmerinteressen sind zentraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie der HHLA sowie ihrer Tochtergesellschaften und tragen maßgeblich zur Schaffung eines positiven Arbeitsumfelds bei. Neben der Hamburger Hafen und Logistik AG sind 14 weitere HHLA-Tochtergesellschaften in Deutschland mitbestimmt geführt. Diese sind durch insgesamt neun Betriebsratsgremien sowie den Konzernbetriebsrat vertreten. Hinzu kommen die Arbeitnehmervertretung (auch die der leitenden Angestellten) im paritätisch besetzten Aufsichtsrat sowie die Vertretung der Schwerbehinderten auf Unternehmens- bzw. Konzernebene und die Jugend- und Auszubildendenvertretung.
Diese Betriebsratsgremien und ihre unterschiedlichen Ausschüsse treffen sich regelmäßig, um aktuelle Entwicklungen und strategische Entscheidungen zu besprechen bzw. zu beschließen. Grundsätzlich sind daher Arbeitnehmervertreter bei der HHLA in wichtige Entscheidungsprozesse eingebunden, insbesondere in den Bereichen Personalplanung, Arbeitszeitgestaltung und Arbeitsplatzsicherheit.
Die gemeinsam getragenen Ergebnisse, z. B. abgeschlossene Betriebsvereinbarungen, Tarifverträge und andere Regelwerke, wurden im Berichtszeitraum in den entsprechenden Betriebsversammlungen kommuniziert, ebenso wie zentrale Themen über Veränderungen von Arbeitsbedingungen, Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie betriebliche Veränderungsprozesse. Als Basis für eine beteiligungsorientierte Zusammenarbeit stehen den Beschäftigten diverse Informationsangebote und -formate wie z.B. das Social Intranet, Info-Bildschirme in den Kantinen und FAQs zur Verfügung.
Die HHLA unterstützt das Recht auf Vereinigungsfreiheit sowie Kollektivverhandlungen.
Als Mitgliedsunternehmen des ZDS (Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe) sowie des UVHH (Unternehmensverband Hafen Hamburg e.V.) pflegt die HHLA traditionell eine Tarifpolitik, die sich in den relevanten Flächen- und Haustarifverträgen widerspiegelt. Zum 31. Dezember 2024 waren 79,7 % der Beschäftigten in Deutschland tariflich gebunden (im Vorjahr: 80,8 %). Im Jahr 2024 wurden erfolgreiche Entgelttarifverhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di geführt, die in Kurzdarstellung zum nachfolgenden Ergebnis führten:
- durchschnittliche Stundenlohnerhöhung von 1,15 €
- Zahlung einer Inflationsausgleichsprämie und Erhöhung des Urlaubsgelds
Der grundlegende Transformationsprozess für die Hamburger Containerterminals läuft unter dem Titel „CTX – Innovation“. Im Berichtszeitraum wurden intensive Verhandlungen über die Prozessgestaltung geführt. So wurde u. a. Einigung über die Einführung von AGVs (Automated Guided Vehicles) sowie eine konzernweite Überarbeitung der Gleitzeitregelung erzielt. Am 20. Januar 2025 wurde dem im Geschäftsjahr 2024 für CTX verhandelten „HHLA Sozial- und Veränderungstarifvertrag“ von der HHLA sowie von ver.di zugestimmt und im Anschluss die korrespondierenden betrieblichen Interessenausgleiche und Sozialpläne abgeschlossen. Dazu gehören beispielsweise Kündigungsschutz- bzw. Besitzstandsregelungen sowie ein flexiblerer Mitarbeitereinsatz. Zudem werden den Beschäftigten umfangreiche Qualifizierungs- und Personalentwicklungsoptionen angeboten.
Auf internationaler Ebene bestehen unverändert an den Standorten in Odessa und Triest tarifliche Sozialpartnerschaften mit verschiedenen lokalen Gewerkschaften. Am Standort in Estland verhandelt eine von den Beschäftigten gewählte Vertrauensperson belegschaftsrelevante Interessen mit dem Unternehmen.