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Geschäftsbericht 2025

Weiterentwicklung und Innovation

Sich verändernde Anforderungen von Kunden, Mitarbeitenden und weiteren Anspruchsgruppen erfordern eine kontinuierliche Weiterentwicklung auch etablierter Geschäftsmodelle. Vor diesem Hintergrund arbeitet die HHLA fortlaufend an der Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit, um im dynamischen Logistikumfeld wettbewerbsfähig zu bleiben. Forschung und Entwicklung im engeren Sinne betreibt die HHLA dabei nur in sehr geringem Umfang. Stattdessen liegt der Schwerpunkt darauf, bewährte Technologien sowie marktseitig erprobte Lösungen zeitnah in bestehende Prozesse zu integrieren und weiterzuentwickeln. Hierzu werden auch Kooperationen mit technischen Hochschulen, Instituten, Industriepartnern und Bundesbehörden sowie mit StartupUnternehmen genutzt, in deren Rahmen ausgewählte (Verbund-)Projekte geplant, gesteuert und weiterentwickelt werden.

Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur Automatisierung und Digitalisierung von Logistikprozessen sowie zur organisatorischen und operativen Weiterentwicklung des Kerngeschäfts mit dem strategischen Ziel, dieses „fit für die Welt von morgen“ zu machen. Ergänzend werden ausgewählte neue Wachstumsfelder entlang der Logistikkette geprüft. Unternehmens- und Nachhaltigkeitsstrategie

Effizienzprogramm an den Hamburger Containerterminals

In ihrer Unternehmensstrategie hat sich die HHLA zu einem Transformationsprozess bekannt, der die Zukunftsfähigkeit und Gestaltungskraft des Unternehmens nachhaltig stärken soll. Zur Umsetzung hat die HHLA 2021 ein auf mindestens fünf Jahre angelegtes umfassendes Programm zur Steigerung der Effizienz der Hamburger Containerterminals gestartet. Mittels des Effizienzprogramms soll es mittelfristig noch besser gelingen, die Volumenführerschaft und eine optimierte Auslastung bestehender Strukturen im Hamburger Hafen herzustellen sowie die eigene Preisposition durch Kostensynergien zu verbessern. Die Steigerung der Effizienz und Leistungsfähigkeit soll mittelfristig zu einer Stärkung der Markt- und Wettbewerbsposition führen und langfristig Standort und Beschäftigung sichern. Operative Effizienz zählt zu den wesentlichen Kundenanforderungen und bildet die Grundlage für Kundenzufriedenheit und -bindung. Sie trägt daher maßgeblich zum nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens bei.

Der Fokus liegt auf der Zentralisierung und Digitalisierung von Planungs-, Administrations- und Führungsaufgaben, der umfangreichen Anlagenautomatisierung sowie der stringent Key-Performance-Indicator-(KPI-)basierten Steuerung von End-to-End-optimierten Leistungserstellungsprozessen.

Anpassung der Organisationsstruktur

Eine neue Organisationsstruktur soll zukünftig eine stringentere End-to-End-prozessoptimierende Führung und Steuerung des Umschlagbetriebs in Hamburg ermöglichen. Die weitgehende terminalübergreifende Standardisierung von Prozessen, Anlagen und Systemen bei gleichzeitiger Neugestaltung der Führungsrollen und Erhöhung der Mitarbeiterqualifikationen schafft die Grundlage für eine schneller lernende und sich permanent weiterentwickelnde Organisation.

Die terminalübergreifende Mitarbeitereinsatzplanung an den Hamburger Terminals bildet perspektivisch die Grundlage, der zunehmend geforderten Flexibilität und Planungssicherheit bei der Abfertigung größer werdender Schiffe nachkommen zu können. Neue Schichtmodelle sollen durch ein modernes Workforce-Management-System digital operationalisiert werden. Die Grundlage dafür bildet ein zwischen der HHLA und der Gewerkschaft ver.di Ende Januar 2025 abgeschlossener Sozial- und Veränderungstarifvertrag.

Automatisierung der Anlagen

Die Automatisierung von Anlagen und Prozessschritten senkt nicht nur die Umschlagkosten, sondern erhöht sowohl die Prozesszuverlässigkeit als auch die Arbeitssicherheit. Exemplarisch sind hier Automatisierungsvorhaben wie die Einführung von Automated Guided Vehicles (AGVs) am Container Terminal Burchardkai (CTB) zum horizontalen Transport von Containern und das Automatic Truck Handling zur effizienteren Abfertigung von Lkws zu nennen.

Durch die Umstellung auf das neue Lagerkransystem wird nicht nur die Flächeneffizienz deutlich erhöht, sondern auch die Produktivität des Containerterminals verbessert. Zudem sind die elektrifizierten Lagerkräne eine weitere Investition in die nachhaltige Zukunft der HHLA, da CO2-Emissionen durch den Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien verringert werden. Das Projekt wird gefördert mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Ausbau der Digitalisierung zur Prozessoptimierung

Die Digitalisierungsmaßnahmen der HHLA zielen darauf ab, prozessrelevante Informationen und Steuerungsgrößen auf übergreifend genutzten digitalen Plattformen zu bündeln und verfügbar zu machen, um die Prozessgeschwindigkeit und die Leistungsfähigkeit zu erhöhen und so einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit zu leisten. Darüber hinaus dienen die Digitalisierungsinitiativen der Schaffung und Vereinfachung von Schnittstellen zu den Kunden des Unternehmens und ermöglichen die Optimierung der Abfertigungsqualität.

Digitalisierungsmaßnahmen werden partizipativ identifiziert und umgesetzt und sind auf die Wertschöpfung des Konzerns ausgerichtet. Die Kernbereiche der Digitalisierungsmöglichkeiten werden regelmäßig analysiert und der mögliche Wertbeitrag quantifiziert. Hieraus ergibt sich die Priorisierung für die geplante Umsetzung der Maßnahmen.

Neue Wachstumsfelder erschließen

Die 2021 gegründete Innovationseinheit HHLA Next verfolgt das Ziel, ausgewählte neue Geschäftsmodelle entlang der Logistikkette zu entwickeln und zu erproben, insbesondere in den Bereichen digitale Logistikprozesse, Automatisierung und nachhaltige Lösungen. Die Entwicklung erfolgt sowohl konzernintern als auch in Kooperationen oder über Beteiligungen. Beispiele hierfür sind:

  • HHLA Sky entwickelt ein skalierbares End-to-End-Drohnensystem für industrielle Anwen-dungen, das u.a. für Inspektionsflüge auf HHLA-Terminals eingesetzt wird. Das Unternehmen verfügt über relevante Zertifizierungen wie ISO 9001.

  • heyport ist eine digitale Plattform zur Planung von Schiffsanläufen, die Terminals und weitere Akteure im Hafenumfeld vernetzt und Abstimmungsprozesse vereinfacht. Die Plattform befindet sich seit 2024 im operativen Einsatz.

  • passify digitalisiert und automatisiert Lkw-Abfertigungsprozesse an Terminals über eine App- und Softwarelösung und wird bereits auf HHLA-Terminals sowie bei ersten externen Kunden eingesetzt.

Weitere Entwicklungs- und Förderprojekte

Darüber hinaus beteiligt sich die HHLA in verschiedenen Förderprojekten an der Entwicklung innovativer Technologien und Logistiklösungen. Neben effizienteren Logistikketten und einer optimierten Vernetzung von Produktion und Logistik haben die Innovationen und neuen Hafentechnologien auch klimaneutrale Logistiklösungen zum Ziel.

Projektübersicht: Segment Container

Projekt

 

Projektziel

 

Partner

 

Förderung

 

Projektlaufzeit

TEDIMO – Testfeld für Digitale MOdalmix-Optimierung

 

Errichtung einer hybriden Lakehouse-Dateninfra­struktur als digitales Testfeld, die innovative Cloud-Technologien mit stabilen, physisch gesicherten Infra­strukturen in deutschen Rechen­zentren kombiniert.

 

 

 

DigiTest1

 

11/2024–
10/2026

PROCON-5G

 

Port Remote Operations and Container Network with 5G – Erprobungs­räume für hafennahe Auto­matisierung in einem 5G-Campusnetz

 

 

 

DigiTest1

 

12/2024–
05/2026

KILOG – Künstliche Intelligenz für Logistik­optimierung in deutschen Häfen

 

Einsatz von KI-Prognose­modellen und Large Language Models (LLMs), um die Effizienz und Nachhaltig­keit der terminal­seitigen Prozesse im Container­hafen zu verbessern.

 

Fraunhofer-Gesellschaft e.V.

 

IHATEC2

 

01.03.2025–
28.02.2027

Pin-Handling-mR
(mobile Robotik)

 

Entwicklung eines auto­matisierten Pin-Handlings für Container­tragwagen mithilfe einer mobilen Robotik

 

Fraunhofer-Gesellschaft e.V.

 

IHATEC2

 

10/2022–
03/2025

PortSkill 4.0

 

Analyse und Erforschung der für die Hafen­arbeit zukünftig not­wendigen Kompetenzen und Qualifikationen zur Entwicklung innovativer Lern­konzepte und -umgebungen sowie neuer Aus- und Weiterbildungsangebote

 

ma-co maritimes competenz­centrum GmbH

 

IHATEC2

 

12/2021–
11/2025

1

Förderprogramm für die Errichtung von digitalen Testfeldern zur Erprobung von Hafeninnovationen, gefördert durch das Bundes­ministerium für Verkehr (BMV)

2

Förderprogramm für Innovative Hafentechnologien (IHATEC), gefördert durch BMV

Projektübersicht: Segment Intermodal1

Projekt

 

Projektziel

Auto­matisierung Abfertigung

 

Automatisierung der Lkw- und Zugabfertigung auf den Terminals

Auto­matisierung Umschlag

 

Umschlagautomatisierung auf den Hinterlandterminals sowie weitere Automatisierung in den Bereichen Terminal, Stauen und Lagerung

Digitale Plattformen

 

Entwicklung von digitalen Plattformen zur Erhöhung der Effizienz der Verkehre und zur Optimierung des Terminalbetriebs

1

Die Projekte befinden sich in der Anlaufphase, daher zurzeit noch keine Angaben zu Fördergeldern, vertraglichen Partnern oder definierten Laufzeiten.

Projektübersicht: Segment Logistik

Projekt

 

Projektziel

 

Partner

 

Förderung

 

Projektlaufzeit

AKIDU

 

Automatische, durch KI integrierte Disposition für Universal­terminals zur Digitali­sierung manueller Prozesse bei Empfang, Lagerung und Verladung heterogener, nicht standard­isierter rollender Güter

 

HITeC e.V., akquinet port consulting GmbH

 

IHATEC1

 

03/2022–
06/2025

HafenplanZen

 

Strategische Hafen­planung auf Basis von digitalen Zwillingen – die Qualität der strategischen Hafen­planung und der darin ab­gebildeten Maßnahmen soll durch ganz­heitliche Simulationen gesteigert werden

 

Hamburg Port Authority AöR, Universität Hamburg

 

IHATEC1

 

11/2022–
04/2025

Rymax-One Quantum Optimizer

 

Bereitstellung von Anwendungs­fällen aus dem Bereich Logistik, um perspektivisch High-Performance-Computing-Umgebungen einzubinden und interessierten Anwendern über einen Cloud-Zugang zu einem HPC-Quanten­computer Hybridbetrieb verfügbar zu machen

 

Universität Hamburg und Fraunhofer ITWM

 

Bundes­ministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

 

12/2021–
11/2026

1

Förderprogramm für Innovative Hafentechnologien (IHATEC), gefördert durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV)

Projektübersicht: Holding und Immobilien

Projekt

 

Projektziel

 

Partner

 

Förderung

 

Projektlaufzeit

0-CO2-WSHH Klimaneutralität in denkmal­geschützten Gebäuden

 

Forschungsprojekt zur Erzeugung, Speicherung und Nutzung der für den Immobilien­betrieb notwendigen Energie im denkmal­geschützten Bestand

 

Universität Stuttgart, HafenCity Universität Hamburg (BIMLab), Universität Aachen

 

Bundes­ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

 

10/2021–
06/2025

TransHyDE Teilprojekte „Mukran“ auf Rügen und „Helgoland“

 

Entwicklung eines Ansatzes für die Erzeugung, den Transport und die Nutzung von Wasser­stoff; Prüfung der Möglich­keiten hinsichtlich des Transports von Wasserstoff in Hochdruck­behältern sowie des Träger­mediums LOHC (Liquid Organic Hydrogen Carriers) und Flüssigwasserstoff

 

85 Partner aus Wissenschaft und Industrie

 

Bundes­ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)

 

04/2021–
09/2026

Investitionen
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie in immaterielle Vermögenswerte
Terminal
In der maritimen Logistik versteht man darunter eine Anlage für den Umschlag von Gütern auf verschiedene Verkehrsträger.

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