Ausblick auf das Branchenumfeld
Der weltweite Containerverkehr zeigte im vergangenen Jahr trotz anhaltender geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten eine bemerkenswerte Stabilität. Diese grundsätzliche Robustheit wurde durch die Entschärfung einzelner Zollkonflikte zusätzlich gestärkt. Die Aussetzung gegenseitiger Hafengebühren zwischen China und den Vereinigten Staaten hat die Erwartungen im internationalen Handel weiter aufgehellt. Vor diesem Hintergrund hat das Marktforschungsinstitut Drewry seine Prognose für den Weltcontainerumschlag angehoben und rechnet nun mit einem Anstieg um 1,8 %. Im Vergleich zum überraschend starken Wachstum von 5,5 % im Vorjahr wird sich die Dynamik damit im Prognosezeitraum abschwächen. Zugleich bleibt der Gesamtrisikoausblick angesichts der geopolitischen und makroökonomischen Unsicherheiten weiterhin eher verhalten.
Für das wichtigste Fahrtgebiet des Hamburger Hafens, China, erwartet Drewry im Jahr 2026 ein langsameres Umschlagwachstum von 1,9 %. Der Containerverkehr zwischen China und den Vereinigten Staaten dürfte weiter zurückgehen. Zudem stellt sich die Frage, wie lange China überschüssige Industriegüter in andere Märkte ausführen kann, ohne dass dies zu steigenden Lagerbeständen führt oder Gegenreaktionen wichtiger Handelspartner auslöst.
Die Aussichten für die europäischen Häfen deuten auf ein robustes, wenn auch schwächeres Wachstum als im Jahr 2025 hin. Für das Fahrtgebiet Europa wird ein Anstieg des Umschlags um 3,0 % erwartet. In den nordwesteuropäischen Häfen dürfte sich die Entwicklung mit einem prognostizierten Wachstum von 1,6 % unterdurchschnittlich gestalten. Auch für das Östliche Mittelmeer, das Schwarze Meer sowie für Skandinavien und den baltischen Raum geht Drewry von einer nachlassenden Dynamik aus.
Das Rote Meer bleibt ein entscheidender Einflussfaktor für die globalen Lieferketten, insbesondere für die zentralen Ost‑West‑Verbindungen zwischen Asien und Europa sowie zwischen dem Nahen Osten, Südasien und Europa. Die Entscheidung der Containerreedereien, ob und in welchem Tempo sie wieder durch das Rote Meer fahren, gilt laut Drewry als einer der maßgeblichen Faktoren für die Entwicklung des globalen Schifffahrtsmarkts im Jahr 2026. Selbst eine geordnete und schrittweise Wiederaufnahme der Transitverkehre könnte zu einem deutlichen Anstieg der eintreffenden Containermengen führen und damit das Risiko von Hafenüberlastungen in Europa erhöhen.
Wachstumserwartung in % |
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2026 |
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Trend vs. 2025 |
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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Welt |
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1,8 |
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Asien insgesamt |
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1,8 |
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China |
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1,9 |
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Europa insgesamt |
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3,0 |
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Nordwesteuropa |
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1,6 |
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Skandinavien und baltischer Raum |
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5,6 |
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Westliches Mittelmeer |
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4,7 |
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Östliches Mittelmeer und Schwarzes Meer |
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3,2 |
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In Bezug auf die globale Containerschiffsflotte wird die kurze Auftragsflaute des Jahres 2023, in dem lediglich 1,6 Mio. TEU an Neubauten bestellt wurden, zu geringeren Auslieferungen im Jahr 2026 führen. In Verbindung mit einer angenommenen Zunahme der Verschrottung dürfte sich das Flottenwachstum dadurch vorübergehend auf rund 3 % verlangsamen. Unter gewöhnlichen Marktbedingungen wäre diese Entwicklung positiv zu bewerten. Angesichts der erwarteten Wiederaufnahme der Transitfahrten durch den Suezkanal verkürzen sich jedoch die Reisedauern, wodurch die effektiv verfügbare Kapazität im Markt steigen wird. Die dadurch entstehende Verschlechterung des globalen Gleichgewichts von Angebot und Nachfrage dürfte nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts Drewry den Druck auf die Frachtraten im Prognosezeitraum erhöhen und die durchschnittliche Rentabilität der Reeder schmälern. Für die Branche wird daher für das Jahr 2026 ein kumulierter operativer Gewinn von etwa 1 Mrd. US‑Dollar erwartet, nachdem er im Jahr 2025 voraussichtlich bei 32 Mrd. US‑Dollar liegen wird.
Wachstumserwartung in % |
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2026 |
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Trend vs. 2025 |
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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Transportaufkommen |
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1,0 |
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Straßenverkehr |
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1,2 |
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Eisenbahnverkehr |
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0,3 |
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Kombinierter Verkehr (Straße-Schiene) |
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2,6 |
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Transportleistung |
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1,1 |
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Straßenverkehr |
|
1,3 |
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Eisenbahnverkehr |
|
1,1 |
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Kombinierter Verkehr (Straße-Schiene) |
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3,2 |
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Die jüngste Mittelfristprognose für den Güter- und Personenverkehr in Deutschland, die vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr auf der Grundlage der Daten vom August 2025 herausgegeben wurde, sieht aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Perspektiven für das Jahr 2026 eine leichte Erholung des gesamten deutschen Güterverkehrs. Das Transportaufkommen soll gegenüber dem Vorjahresniveau um 1,0 % zulegen. In der Transportleistung – als Produkt aus Transportmenge und Transportentfernung – wird ein Anstieg in Höhe von 1,1 % erwartet. Mit Blick auf die einzelnen Verkehrsträger wird für den Straßengüterverkehr für 2026 im Transportaufkommen ein Zuwachs von 1,2 % und in der Transportleistung ein Anstieg von 1,3 % prognostiziert. Das Güteraufkommen auf der Schiene wird sich hingegen langsamer entwickeln. Das Transportaufkommen im Eisenbahnverkehr wird im Prognosezeitraum um 0,3 % ansteigen, die Transportleistung um 1,1 %. Gleichzeitig wird der kombinierte Verkehr auf der Schiene im laufenden Jahr voraussichtlich weiter kräftig zulegen. Das Aufkommen wird um 2,6 % und die Leistung um 3,2 % zunehmen.
Die jüngste Mittelfristprognose für den Güter‑ und Personenverkehr in Deutschland, die das Bundesministerium für Digitales und Verkehr auf Basis der Daten vom August 2025 veröffentlicht hat, sieht aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Perspektiven für das Jahr 2026 eine leichte Erholung im deutschen Güterverkehr. Das Transportaufkommen soll im Vergleich zum Vorjahr um 1,0 % steigen. Für die Transportleistung, also das Produkt aus Transportmenge und Transportentfernung, wird ein Anstieg um 1,1 % erwartet.
Mit Blick auf die einzelnen Verkehrsträger wird für den Straßengüterverkehr im Jahr 2026 ein Zuwachs des Transportaufkommens um 1,2 % prognostiziert; die Transportleistung soll um 1,3 % zulegen. Der Schienengüterverkehr wird sich voraussichtlich langsamer entwickeln. Hier wird für das Transportaufkommen ein Anstieg um 0,3 % erwartet, während die Transportleistung um 1,1 % wachsen soll. Gleichzeitig dürfte der kombinierte Verkehr auf der Schiene im laufenden Jahr weiter deutlich zulegen. Für das Aufkommen wird ein Plus von 2,6 % erwartet, für die Leistung ein Anstieg um 3,2 %.