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Geschäftsbericht 2025

Ertragslage

Im Jahr 2025 entwickelten sich die Leistungsdaten der HHLA positiv. Der Containerumschlag verzeichnete einen Anstieg um 5,4 % gegenüber dem Vorjahr auf 6.295 Tsd. TEU (im Vorjahr: 5.970 Tsd. TEU). Der moderate Zuwachs an den drei Hamburger Terminals resultierte vor allem aus gestiegenen Umschlagmengen mit den Fahrtgebieten Fernost – insbesondere China – sowie Südamerika, Afrika, Australien, Mittlerer Osten und mit anderen europäischen Hochseehäfen. Zusätzlich nahmen die Zubringerverkehre (Feeder) deutlich zu. Demgegenüber gingen die Mengen im Überseeverkehr mit dem Fahrtgebiet Nordamerika erheblich zurück.

Die internationalen Terminals verzeichneten einen starken Volumenanstieg. Dieser beruhte insbesondere auf der geplanten starken Mengensteigerung am Multifunktionsterminal HHLA PLT Italy. Zudem wurde der im dritten Quartal 2024 wieder aufgenommene wasserseitige Umschlag am Container Terminal Odessa (CTO) im Geschäftsjahr 2025 eingeschränkt fortgeführt.

Das Transportvolumen erhöhte sich um 10,9 % auf 1.982 Tsd. TEU gegenüber dem Vorjahr (im Vorjahr: 1.787 Tsd. TEU). Der Anstieg ist überwiegend auf eine starke Zunahme der Bahnverkehre zurückzuführen. Neben dem Erwerb der Mehrheit an der Roland Spedition GmbH im zweiten Quartal 2024 trugen deutliche Mengenzuwächse in vielen wesentlichen Relationen dazu bei. Auch die Straßentransporte lagen deutlich über dem Niveau des Vorjahres.

Umsatzerlöse

in Mio. €

Umsatzerlöse (Balkendiagramm)

Die Umsatzerlöse des HHLA-Konzerns stiegen im Berichtszeitraum um 9,9 % auf 1.756,2 Mio. € (im Vorjahr: 1.598,3 Mio. €). Dies ist vor allem auf das gestiegene Transport- und Umschlagvolumen zurückzuführen. Der börsennotierte Teilkonzern Hafenlogistik mit den Segmenten Container, Intermodal und Logistik entwickelte sich nahezu parallel zum HHLA-Konzern und verzeichnete einen Umsatzanstieg um 10,1 % auf 1.718,8 Mio. € (im Vorjahr: 1.561,7 Mio. €). Der nicht börsennotierte Teilkonzern Immobilien wies einen Umsatzanstieg um 0,5 % auf 46,3 Mio. € (im Vorjahr: 46,1 Mio. €) aus. Damit trug der Teilkonzern Immobilien 2,1 % zum Konzernumsatz bei.

Die Bestandsveränderungen betrugen im Berichtszeitraum - 3,0 Mio. € (im Vorjahr: 0,3 Mio. €). Die aktivierten Eigenleistungen erhöhten sich auf 10,3 Mio. € (im Vorjahr: 7,7 Mio. €).

Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen um 2,3 % auf 70,9 Mio. € zurück (im Vorjahr: 72,6 Mio. €). Darin enthalten sind u. a. im Zuge der Umstrukturierung des O’Swaldkai gebuchte Erträge, im Wesentlichen veranlasst durch die Mietvertragsverlängerung und die Übergabe von Immobilien. Im Vorjahr waren u. a. Erstattungsansprüche gegenüber der HGV aus dem abgeschlossenen Business Combination Agreement im Zusammenhang mit der MSC-Transaktion enthalten.

Aufwandsstruktur

Operative Aufwendungen 2025: 1.674 Mio. €

Operative Aufwendungen (Kreisdiagramm)

Die operativen Aufwendungen erhöhten sich deutlich um 8,4 % auf 1.673,9 Mio. € (im Vorjahr: 1.544,6 Mio. €). Ursache hierfür waren der starke Anstieg der Personalaufwendungen sowie ein deutlicher Anstieg im Materialaufwand.

Der Materialaufwand erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 7,0 % auf 595,3 Mio. € (im Vorjahr: 556,6 Mio. €). Der starke Anstieg hing im Wesentlichen mit der Mengenentwicklung bei den materialintensiven Bahnverkehren zusammen. Die Materialaufwandsquote ging auf 33,9 % (im Vorjahr: 34,8 %) zurück.

Der Personalaufwand erhöhte sich um 14,3 % auf 683,8 Mio. € (im Vorjahr: 598,3 Mio. €). Wesentliche Gründe hierfür waren die Tariferhöhungen, die positive Mengenentwicklung mit einer entsprechend höheren Auslastung sowie die Geschäftsausweitung im Bereich der Bahnverkehre. Die Personalaufwandsquote erhöhte sich auf 38,9 % (im Vorjahr: 37,4 %). Im Vorjahr wirkte sich dabei eine Vollauflösung für nicht vertraglich fixierte Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 18,8 Mio. € im Segment Container positiv auf den Personalaufwand aus.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Berichtsjahr um 1,7 % auf 218,7 Mio. € (im Vorjahr: 214,9 Mio. €). Der Anstieg resultierte u. a. aus höheren Aufwendungen für Beratung, Grundsteuern im Immobilienbereich und Instandhaltung. Das Verhältnis zum erwirtschafteten Umsatz betrug 12,5 % (im Vorjahr: 13,4 %). Im Vorjahr waren Grunderwerbsteuerrückstellungen enthalten, die durch Vollzug der MSC-Transaktion ausgelöst wurden.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen erhöhte sich das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) um 8,9 % auf 336,6 Mio. € (im Vorjahr: 309,0 Mio. €). Die EBITDA-Marge lag mit 19,2 % nahezu auf Vorjahresniveau (im Vorjahr: 19,3 %).

Der Abschreibungsaufwand erhöhte sich mit 176,2 Mio. € geringfügig um 0,8 % gegenüber dem Vorjahr (im Vorjahr: 174,8 Mio. €). Der Anstieg resultierte aus notwendigen Investitionen auf den Containerterminals.

Betriebsergebnis (EBIT)

in Mio. €, EBIT-Marge in %

Betriebsergebnis (EBIT) (Balkendiagramm)

Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg im Berichtsjahr im Wesentlichen erlösbedingt um 19,5 % auf 160,5 Mio. € (im Vorjahr: 134,3 Mio. €). Die EBIT-Marge erhöhte sich auf 9,1 % (im Vorjahr: 8,4 %). Der Teilkonzern Hafenlogistik verzeichnete eine EBIT-Steigerung um 22,8 % auf 144,7 Mio. € (im Vorjahr: 117,8 Mio. €) und erwirtschaftete damit 90,2 % (im Vorjahr: 87,7 %) des operativen Konzernergebnisses. Das EBIT im Teilkonzern Immobilien verringerte sich um 4,4 % auf 15,4 Mio. € (im Vorjahr: 16,1 Mio. €). Hier wurden 9,8 % des operativen Konzernergebnisses erwirtschaftet (im Vorjahr: 12,3 %).

Der Nettoaufwand aus dem Finanzergebnis erhöhte sich um 11,8 Mio. € bzw. 27,2 % auf 55,0 Mio. € (im Vorjahr: 43,3 Mio. €). Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Die effektive Steuerquote des Konzerns lag mit 69,9 % deutlich oberhalb der Vorjahresquote (im Vorjahr: 38,0 %). Der Anstieg der Steuerquote ist im Wesentlichen auf zwei Effekte zurückzuführen: Zum einen wurden zum 31. Dezember 2025 aktive latente Steuern auf Verlustvorträge aufgrund der Ertragsaussichten, die vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung zurückgenommen wurden, wertberichtigt. Zum anderen wirkten sich die im Jahr 2025 durch das Gesetz zur Investitionsförderung beschlossenen Steuersatzänderungen aus, die zum 31. Dezember 2025 bei der Bewertung latenter Steuern berücksichtigt wurden.

Der Anteil der Aktionäre des Mutterunternehmens am Konzernjahresüberschuss reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 70,0 % auf 9,8 Mio. € (im Vorjahr: 32,5 Mio. €). Der nicht beherrschende Anteil betrug im Geschäftsjahr 2025 21,9 Mio. € (im Vorjahr: 23,9 Mio. €). Das Ergebnis je Aktie reduzierte sich um 70,0 % auf 0,13 € (im Vorjahr: 0,43 €). Der börsennotierte Teilkonzern Hafenlogistik erzielte hierbei ein um 95,1 % geringeres Ergebnis je Aktie von 0,02 € (im Vorjahr: 0,32 €). Der nicht börsennotierte Teilkonzern Immobilien lag mit einem Ergebnis je Aktie von 3,20 € unter dem Vorjahr (im Vorjahr: 3,52 €). Wie im Vorjahr gab es auch 2025 keinen Unterschied zwischen unverwässertem und verwässertem Ergebnis je Aktie.

Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte auf 5,9 % (im Vorjahr: 5,4 %). Steuerung und Wertmanagement

Die Gewinnverwendung der HHLA orientiert sich an der Ergebnisentwicklung des HHLA-Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr. Vor diesem Hintergrund werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2025 vorschlagen, weder für die börsennotierte AAktie noch für die nicht börsennotierte SAktie eine Dividende auszuschütten. Im Vorjahr belief sich der Ausschüttungsbetrag für die AAktien auf 7,3 Mio.  (0,10  je A-Aktie) und für die S-Aktien auf 4,1 Mio.  (1,50  je SAktie).

EBIT
Ergebnis vor Zinsen und Steuern
EBITDA
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
Feeder / Feederschiff
Zubringerschiff, das kleinere Mengen von Containern auf Häfen weiterverteilt. Von Hamburg aus wird vor allem die Ostseeregion mit Feedern bedient.
Intermodal / Intermodalsysteme
Transport unter Nutzung mehrerer Verkehrsträger (Wasser, Schiene, Straße), der die jeweils spezifischen Vorteile kombiniert.
Investitionen
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie in immaterielle Vermögenswerte
TEU (Twenty Foot Equivalent Unit)
Genormter 20-Fuß-Standardcontainer, der als Maßeinheit zur Zählung von Containermengen dient. Ein 20-Fuß-Standardcontainer ist 6,06 Meter lang, 2,44 Meter breit und 2,59 Meter hoch.
Terminal
In der maritimen Logistik versteht man darunter eine Anlage für den Umschlag von Gütern auf verschiedene Verkehrsträger.

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