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Geschäftsbericht 2025

Gesamtwirtschaftlicher Ausblick

Erwartetes Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Wachstumserwartung in %

 

2026

 

Trend vs. 2025

Welt

 

3,3

 

Fortgeschrittene Volkswirtschaften

 

1,8

 

USA

 

2,4

 

Euroraum

 

1,3

 

Deutschland

 

1,1

 

Italien

 

0,7

 

Aufstrebende Volkswirtschaften (Schwellen- und Entwicklungsländer)

 

4,2

 

Aufstrebende asiatische Volkswirtschaften

 

5,0

 

China

 

4,5

 

Aufstrebende europäische Volkswirtschaften (Mittel- und Osteuropa)

 

2,3

 

Russland

 

0,8

 

Welthandel

 

2,6

 

Quelle: Internationaler Währungsfonds (IWF); Januar 2025

Die Weltwirtschaft dürfte im Jahr 2026 trotz gegenläufiger Einflüsse weitgehend stabil bleiben. Belastungen durch veränderte handelspolitische Rahmenbedingungen werden durch eine weiterhin hohe Investitionstätigkeit kompensiert. Besonders die stark zunehmenden Ausgaben für technologiebezogene Investitionen – einschließlich Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) – stützen die globale wirtschaftliche Aktivität. Dieser Effekt zeigt sich insbesondere in Nordamerika und Asien. Ergänzend wirken fiskal‑ und geldpolitische Maßnahmen, ein anhaltend günstiges Finanzierungsumfeld sowie die hohe Anpassungsfähigkeit des privaten Sektors stabilisierend.

Gleichzeitig überwiegen die Abwärtsrisiken für den weiteren Ausblick. Eine Neubewertung der erwarteten Produktivitätsgewinne aus KI‑Technologien könnte die Investitionstätigkeit dämpfen und Korrekturen an den Finanzmärkten auslösen, die über KI‑bezogene Unternehmen hinaus auf andere Marktsegmente übergreifen könnten. Auch geopolitische Spannungen und handelspolitische Konflikte könnten kurzfristig eskalieren und die Unsicherheit im internationalen Umfeld erhöhen. Trotz dieser Risiken geht der Internationale Währungsfonds von einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,3 % aus. Dies entspricht einer leichten Aufwärtsrevision um 0,2 Prozentpunkte gegenüber der vorherigen Prognose.

Für den Welthandel rechnen die IWF‑Ökonomen im Prognosezeitraum mit einem Wachstum von 2,6 %. Die erwartete Abschwächung der Dynamik ist vor allem durch Vorzieheffekte sowie Anpassungen der Handelsströme an neue handelspolitische Rahmenbedingungen begründet. Mittelfristig dürfte der Einsatz expansiver fiskalpolitischer Maßnahmen in Volkswirtschaften mit Leistungsbilanzüberschüssen zu einer Verringerung globaler Ungleichgewichte beitragen. Gleichzeitig wird der technologiegetriebene Investitionsschub voraussichtlich weiterhin Kapitalströme in die Vereinigten Staaten lenken.

Die konjunkturelle Dynamik in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften wird sich 2026 voraussichtlich gegenüber dem Vorjahr leicht beschleunigen. Ausschlaggebend hierfür ist insbesondere ein verbesserter Ausblick für die USA, für die der IWF seine Prognose gegenüber Oktober 2025 um 0,3 Prozentpunkte angehoben hat. Für die Schwellen- und Entwicklungsländer wird hingegen insgesamt ein geringeres Wachstum als 2025 erwartet, auch wenn der Internationale Währungsfonds seine Einschätzung gegenüber der Oktoberprognose 2025 um 0,2 Prozentpunkte nach oben angepasst hat.

Für die für die HHLA besonders relevanten Regionen ergibt sich ein uneinheitliches Bild. In China dürfte sich die Wachstumsdynamik weiter abschwächen. Gleichwohl wurde der Ausblick um 0,3 Prozentpunkte auf eine erwartete Wachstumsrate von 4,5 %erhöht. Hintergrund sind die niedrigeren effektiven US‑Zollsätze auf chinesische Waren infolge der im November 2025 vereinbarten einjährigen Waffenruhe im Handelskonflikt China/USA sowie die angekündigten chinesischen Konjunkturmaßnahmen, deren Umsetzung über zwei Jahre angenommen wird.

Für Russland erwartet der IWF im Prognosezeitraum eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung. Das Wachstum bleibt jedoch voraussichtlich sehr niedrig, da Krieg, Sanktionen und eingeschränkter Technologietransfer die Produktivität dauerhaft belasten. Angesichts der hohen Inflation haben Regierung und Zentralbank ihre Geld- und Fiskalpolitik spürbar gestrafft, was die Nachfrage dämpft. Der Ausblick wurde gegenüber Oktober 2025 um 0,2 % nach unten angepasst. Nach einem Wachstum von 0,6 % im Jahr 2025 wird für 2026 ein Zuwachs von 0,8 % prognostiziert.

Die Aussichten für die Ukraine bleiben aufgrund des anhaltenden Krieges mit besonders hoher Unsicherheit verbunden. In seiner Oktoberprognose 2025 rechnet der IWF mit einem Wachstum der Wirtschaftsleistung um 4,5 %.

In den aufstrebenden Ländern Mittel- und Osteuropas dürfte sich das Wachstum leicht beschleunigen. Die Region wird laut Expertenschätzungen 2026 eine Zuwachsrate von 2,3 % erreichen, nachdem sie im Vorjahr ein Wachstum von 2,0 % erzielt hatte.

Im Euroraum dürfte sich die Konjunktur im Prognosezeitraum stabilisieren. Die Wirkungen der geplanten Erhöhung der Verteidigungsausgaben werden voraussichtlich erst in den folgenden Jahren sichtbar, da die Zielniveaus schrittweise bis 2035 erreicht werden sollen. Im Vergleich zu anderen Regionen profitiert der Euroraum zudem weniger von dem jüngsten technologiegetriebenen Investitionsschub. Nachwirkende Effekte des anhaltenden Anstiegs der Energiepreise seit der russischen Invasion in die Ukraine werden die Industrie zudem weiterhin belasten. Der IWF hat seinen Ausblick für die Währungsunion leicht um 0,1 Prozentpunkte erhöht. Für 2026 wird ein Wachstum der gesamtwirtschaftlichen Aktivitäten von 1,3 % erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Estland wird laut den jüngsten Schätzungen des IWF aus Oktober 2025 um 1,5 % steigen, während die Wirtschaftsleistung von Italien um 0,7 % zulegen soll.

Für Deutschland wird für 2026 ein stärkeres Wachstum als bislang angenommen prognostiziert. Maßgeblich hierfür sind umfangreiche staatliche Ausgabenprogramme, die kurzfristig stützen und die belastenden Effekte neuer US‑Zölle weitgehend ausgleichen dürften. Zudem könnten verzögerte Wirkungen der geldpolitischen Lockerung sowohl den privaten Konsum als auch unternehmensbezogene Ausgaben unterstützen. Vor diesem Hintergrund erwartet der IWF ein Wachstum der deutschen Wirtschaftsleistung von 1,1 %, nachdem der IWF im Oktober 2025 noch einen Zuwachs von 0,9 % prognostiziert hatte. Damit dürfte Deutschland stärker wachsen als andere G7-Länder und nicht mehr das Schlusslicht unter den großen Industrienationen bilden.

Investitionen
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie in immaterielle Vermögenswerte

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