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Geschäftsbericht 2025

Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen

Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel

Die HHLA adressiert in ihrem folgend beschriebenen Managementansatz der Balanced Logistics die folgenden Themen:

  • Klimaschutz

  • Energieeffizienz

  • Einsatz erneuerbarer Energien

Zum Management der wesentlichen klima- und energiebezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen hat die HHLA in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie „Balanced Logistics“ die Handlungsfelder „Klimaschutz und Energieeffizienz“ sowie „Klimafreundliche Logistikketten“ verankert.

Für einen wirkungsvollen Klimaschutz konzentriert sich die HHLA auf die Senkung der absoluten CO2-Äquivalente (CO2e). Die Energieeffizienz und der Anteil erneuerbarer Energien im Energieträgermix der HHLA sollen kontinuierlich gesteigert werden, um eine Entkopplung von Umschlag- und Transportvolumen einerseits und von CO2e-Emissionen andererseits zu erreichen.

Für substanzielle CO2e-Reduzierungen setzt die HHLA auf die weitere Elektrifizierung ihrer Geräte und Maschinen auf den Terminals und damit auf die Substitution von fossilen Antriebsenergieträgern durch erneuerbare Energien. Dadurch werden Anlagen nicht nur emissionsärmer und leiser, sondern die alternativen Umschlagsgeräte benötigen auch weniger Wartung. Diese Technologien senken nicht nur die lokalen Emissionen, sondern führen auch zu wirtschaftlichen Vorteilen, die vor dem Hintergrund steigender Energiekosten an Bedeutung gewinnen.

Durch den geplanten weiteren Ausbau des Intermodalnetzwerkes können Güter emissionsarm transportiert werden. Die Umschlags- und Transportleistungen der HHLA ermöglichen den Nutzern dieser Leistungen, die eigenen Güterströme emissionsarm oder emissionsfrei zu transportieren und damit ihre Scope-3-Emissionen zu senken.

Die Klimastrategie und damit auch die Handlungsfelder „Klimaschutz und Energieeffizienz“ sowie „Klimafreundliche Logistikketten“ gelten konzernweit. Die Verantwortung für den Klimaschutz und damit für die „Balanced Logistics“ liegt beim Vorstandsvorsitzenden der HHLA.

Ziele in Bezug auf Klimaschutz

Als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie „Balanced Logistics“ und der Handlungsfelder „Klimafreundliche Logistikketten“ und „Klimaschutz und Energieeffizienz“ hat sich die HHLA folgende kombinierte Ziele gesetzt:

  • Verringerung der absoluten Scope-1- und Scope-2-CO2e-Emissionen um mindestens 50 % bis 2030 (Basisjahr 2018)

  • Klimaneutralität für Scope 1 und 2 bis 2040
    (HHLA gilt als klimaneutral, wenn mindestens 90 % seiner Scope-1- und Scope-2-Emissionen (marktbasiert) auf null reduziert wurden und die verbliebenen Emissionen durch CO2-Entnahme oder hochwertige Kompensationen ausgeglichen werden.)

Das Ziel umfasst die kombinierten Scope-1- und Scope-2-CO2e-Emissionen der HHLA. In die Betrachtung einbezogen werden alle Treibhausgase, die unter das Kyoto-Protokoll fallen.

Das Klimaziel gilt konzernweit und umfasst alle Standorte und Segmente der HHLA sowie alle vollkonsolidierten Tochtergesellschaften zzgl. HVCC, KTH, FKZ und Ulrich Stein.

Das Ziel umfasst die kombinierten Scope-1- und Scope-2-CO2e-Emissionen der HHLA. In die Betrachtung einbezogen werden alle Treibhausgase, die unter das Kyoto-Protokoll fallen.

Als Bezugswert für die Scope 2 Emissionen wird der marktbezogene Emissionswert herangezogen. Die Kohärenz der festgelegten Ziele mit dem Treibhausgasinventar wird durch jährliche interne Überprüfungen und Berichterstattungen gewährleistet. Die Zielerreichung wird fortlaufend von der Stabsabteilung Nachhaltigkeit überwacht und im Rahmen der jährlichen Emissionsberichterstattung dokumentiert. Erklärung zur Unternehmensführung

Die Ziele für Scope-1- und Scope-2-Emissionen stehen damit im Einklang mit dem Übereinkommen von Paris zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°C.

Die Dekarbonisierungshebel in der Wertschöpfungskette fokussieren sich im Wesentlichen auf den Einsatz von alternativen Antriebstechnologien für den nachgelagerten Gütertransport auf der ersten und letzten Meile. Im Berichtsjahr ergänzt die HHLA die Emissionsberichterstattung um die wesentlichen Scope-3-Emissionen. THG-Bruttoemissionen der Kategorie Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen

Um die in der Tabelle „Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen“ genannten Auswirkungen zu adressieren und damit zur Begrenzung der Erderwärmung beizutragen, fokussiert sich die HHLA auf die Senkung der absoluten Treibhausgasemissionen und die Steigerung des Anteils der Bahntransporte. Die vom HHLA-Konzern ausgestoßenen Treibhausgase (Scope 1 und 2) entstehen im Wesentlichen durch den Betrieb der Fahrzeuge und Umschlagsgeräte. Die Höhe der Emissionen wird dabei insbesondere durch die Antriebs- und Kraftstoffart sowie den Anteil des Strombezugs aus erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz beeinflusst. Detaillierte Informationen zu daraus abgeleiteten Maßnahmen sind in Abschnitt Maßnahmen in Bezug auf Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel zu finden.

Aufgrund der Abhängigkeit von der technologischen Entwicklung und dem Markthochlauf alternativer Antriebstechnologien ist die Umsetzung der Elektrifizierungsmaßnahmen jedoch in hohem Maße vom Angebot der Hersteller geprägt. Entsprechend wurden die Dekarbonisierungshebel vorrangig an der technologischen Verfügbarkeit und Marktentwicklung ausgerichtet.

Entwicklung spezifischer CO2e-Emissionen

Spezifische CO2e-Emissionen gegenüber 2008 in %

Entwicklung der spezifischen CO2-Emissionen seit 2008 (Balkendiagramm)
Bis 2021: CO2-Emissionen, ab 2022: CO2e-Emissionen; marktbasiert

Im Berichtsjahr wurden 94.164 t CO2e Scope 1 und marktbezogen Scope 2 emittiert. Das ent­spricht einem Rückgang um 4,5 % gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt konnten die Emissionen seit dem Basisjahr 2018 um 44,7 % reduziert werden. Damit liegt die HHLA im Plan zur Er­reichung ihrer Klimaziele und bestätigt den posi­tiven Reduktionstrend der vergangenen Jahre.

Die Höhe der CO2e-Emissionen im Jahr 2025 wurde insbesondere durch zwei Entwicklungen beeinflusst:

  • Umstellung des Strombezugs: Der Strom für das Mehrzweckterminal in Triest und von METRANS Polonia wurde auf aus erneuerbaren Energien umgestellt.

  • Diesel-Mehrverbräuche durch Umschlagwachstum an den Containerterminals Tollerort (CTT) und Burchardkai (CTB) sowie am Mehrzweckterminal Triest

Die spezifischen CO2e-Emissionen stiegen im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,0 Prozentpunkt an und liegen somit um 58,5 % unter dem Basisjahr 2008.

Maßnahmen in Bezug auf Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel

Um die Ziele der HHLA zu erreichen, sind die folgenden Maßnahmen im Geschäftsjahr umgesetzt und geplant worden:

  • Elektrifizierung der Umschlagsprozesse: Am Container Terminal Burchardkai (CTB) wurde im Jahr 2025 ein weiterer Lagerblock mit drei elektrisch betriebenen Stapelkränen in Betrieb genommen. Die Einführung batteriebetriebener AGVs, die zukünftig dieselbetriebene Van-Carrier ersetzen werden, wurde weiter vorangetrieben.

  • Einsatz alternativer Kraftstoffe: Bei Unikai wird Biodiesel (HVO) bei verschiedenen Geräten eingesetzt.

  • Der testweise Einsatz von Biodiesel (HVO) wurde am Container Terminal Tollerort (CTT) vorbereitet.

Die wichtigsten Hebel zur CO2-Reduktion umfassen die Elektrifizierung von Betriebs­prozessen, den Einsatz erneuerbarer Energien und den Einsatz alternativer Kraftstoffe.

Anpassung an den Klimawandel

In Bezug auf die wesentlichen physischen Klimarisiken bestehen Maßnahmen, die bereits implementiert sind, im Geschäftsjahr fortgeführt wurden und für die Zukunft weiterhin geplant sind, wobei mindestens eine jährliche Überprüfung der Maßnahmen hinsichtlich ihrer Angemessenheit und Wirksamkeit erfolgt.

Die wichtigsten im Berichtsjahr durchgeführten Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel sind:

  • Versicherung: Physische Hochwasserschäden an eigenen Anlagen und Waren sind weitgehend und fortlaufend versichert. Dies betrifft die Standorte der Hamburger Terminals sowie die wassernahen Standorte der METRANS-Gruppe.

  • Anpassung der Hochwasserschutzvorrichtungen: Die Auslegung der Hochwasserschutzvorrichtungen wird laufend überprüft und bei neuen Erkenntnissen, wo möglich, angepasst, sodass diese den Hochwasserständen entsprechend kontinuierlich Schutz bieten. Dies betrifft die Standorte der Hamburger Terminals sowie des Fischmarkts Hamburg und die wassernahen Standorte der METRANS-Gruppe. Die Hochwasserschutzvorrichtungen der Speicherstadt Hamburg werden im Rahmen von Ertüchtigungsprojekten kontinuierlich ausgeweitet.

  • Anpassungsfähigkeit der operativen Prozesse: Ausfälle oder Streckensperrungen in der Wertschöpfungskette sind nicht durch aktive physische Anpassungsmaßnahmen der HHLA beeinflussbar. Wirksame Maßnahmen ergeben sich hierbei aus einer Flexibilität in den operativen Prozessen durch die Verfügbarkeit von Personal und Know-how sowie die Bereitstellung von ausreichend Equipment zur Nutzung von Ausweichstrecken. Dies betrifft die Geschäftstätigkeiten der METRANS-Gruppe und der Roland Spedition.

Elektrifizierung

Die durch die Nutzung fossiler Brennstoffe verursachten Scope-1-Emissionen der HHLA entstehen zu mehr als 90 % aus der Verbrennung in mobilen Fahrzeugen und Geräten, die zum Transport von Containern genutzt werden. Daher sollen die Energieeffizienz, der Grad der Elektrifizierung und der Anteil erneuerbarer Energien am Energieträgermix der HHLA kontinuierlich erhöht werden, indem der Bezug von Strom aus erneuerbaren Energien gesteigert und die Eigenstromproduktion ausgebaut wird. Je nach technologischer Verfügbarkeit können Fahrzeuge eingesetzt werden, die ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe oder mit alternativen Kraftstoffen betrieben werden. Damit soll eine Entkopplung von Umschlag- und Transportvolumen einerseits und CO2e-Emissionen andererseits erreicht werden, um die eingesetzte Energie fast vollständig aus erneuerbaren Energien zu decken. Bis 2040 sollen der Gütertransport und der Güterumschlag damit fortlaufend CO2-ärmer werden und schließlich eine 90%ige COe-Reduktion gegenüber dem Basisjahr für die Scopes 1 und 2 erreicht werden.

Im Berichtsjahr lag der Anteil des Stromverbrauchs am Gesamtenergieverbrauch bei 64,3 % (im Vorjahr: 64,9 %). Im Jahr 2018 (Basisjahr des Klimaschutzziels) lag dieser Wert bei 48,9 %.

Im schienengebundenen Gütertransport ist die Elektrifizierung der entsprechenden Strecken die Voraussetzung für den Einsatz von elektrisch betriebenen Langstreckenlokomotiven. Der momentane Einsatz von dieselbetriebenen Lokomotiven beschränkt sich im Wesentlichen auf wenige dieselbetriebene Langstreckenlokomotiven sowie dieselbetriebene Rangier­lokomotiven, die aufgrund fehlender Elektrifizierung auf den eingesetzten Strecken bzw. technisch nicht möglicher Installation von Oberleitungen auf den Terminals nicht durch elektrifizierte Lokomotiven ersetzt werden können.

Energieeffizienz

Die Wirksamkeit des bestehenden nach DIN ISO 50001:2018 zertifizierten Energiemanagementsystems, das alle HHLA-Gesellschaften mit nennenswertem Energieverbrauch in Deutschland umfasst, wurde im Berichtsjahr im Rahmen eines Überprüfungsaudits erneut bestätigt.

Nutzung alternativer Kraftstoffe

Die weit überwiegende Anzahl der Fahrzeuge und Geräte, die von der HHLA im Rahmen ihres Geschäftsmodells eingesetzt und von Verbrennungsmotoren angetrieben werden, wird aufgrund ihrer Nutzungsdauern vor 2040 ausgetauscht werden. Je nach technologischer Verfügbarkeit können dann Fahrzeuge eingesetzt werden, die ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe betrieben werden können.

Einsatz von erneuerbaren Energien in der eigenen Geschäftstätigkeit

Bis 2032 soll der Strombedarf der HHLA-Geschäftsaktivitäten vollständig durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Im Berichtsjahr wurden 73,1 % des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien bezogen. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 70,2 %.

CO2e (CO2 equivalent – Kohlenstoffdioxid-Äquivalent)
Ein CO2e-Äquivalent (CO2e) ist eine Maßeinheit für die Klimawirkung verschiedener Treibhausgase. Neben dem dominierenden Treibhausgas CO2 umfasst CO2e weitere Gase mit Klimawirkung wie z.B. Methan (CH4) und Lachgas (N2O). Die CO2- und CO2e-Werte sind durch die bei der HHLA eingesetzten Energieträger nahezu vergleichbar.
Terminal
In der maritimen Logistik versteht man darunter eine Anlage für den Umschlag von Gütern auf verschiedene Verkehrsträger.
Transportleistung
Leistungskennziffer im Bahnverkehr, die sich aus dem Produkt von transportierter Menge und zurückgelegter Strecke ergibt
Van-Carrier (auch VC oder Straddle-Carrier)
Fahrzeug zum Transport von Containern auf den Terminals. Der Fahrer bewegt seinen Van-Carrier über den Container, hebt diesen an und kann ihn in bis zu vier Lagen übereinanderstapeln

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